Was müssen Vermieter beachten? Sie sind Vermieter und möchten Ihre Wohnung gerne vermieten. Was ist Ihr Wunsch? Sie möchten Mieter haben, die brav ihre Miete bezahlen, aber möglichst nicht in der Wohnung wohnen oder wenn es nicht anders geht, die Wohnung höchstens bewohnen dürfen, wenn sie liebevoll mit dem Wohnungsinventar umgehen und die Wohnung sauber halten und sauber hinterlassen. Das ist der ideale Mieter. Der darf auch länger in der Wohnung bleiben und gegebenenfalls auch wieder kommen.
Wenn Sie eine Wohnung vermieten, sieht die Realität aber meistens anders aus, als sich der Vermieter das vorstellt. Da gehen die Mieter dann tatsächlich in die Wohnung hinein und sind so dreist und bewohnen diese auch noch. So eine Frechheit! Sie als Vermieter möchten doch nur die Mieteinnahmen, aber doch nicht gleich die Mieter haben. Glauben Sie mir, nach unterzeichnetem Mietvertrag ziehen die Mieter wirklich in die Wohnung ein, die tun das wirklich, und die wohnen auch da drin, essen und schlafen in der Wohnung, kleckern auf dem Boden herum rauchen in der Wohnung, streifen an den Wänden entlang, verschieben scharfe und schwere Gegenstände am Parkettboden und kochen sogar in der frisch ausgemalten Wohnung. Manche verlassen die Wohnung wie die Hunnen und hinterlassen ein Schlachtfeld. Wenn Sie Ihre Wohnung vermieten, beachten Sie folgendes: Vermieten Sie kleine Wohnungen oder Apartments, denn in kleinen Wohnungen kann man nicht so viel kaputt machen, wie in grossen Wohnungen. Der Mietpreis für kleine Wohnungen ist im Verhältnis zu grossen Wohnungen höher. Achten Sie auf die Hinterlegung einer Kaution, denn die könnten Sie eines Tages brauchen. Der Mieter kann viel kaputt machen, im Grunde alles, was man anfassen und begehen kann. Im Badezimmer kann der Mieter die Armaturen zerkratzen, die Fliessen demolieren oder das ganze Bad zerstören. In der Küche kann er sich richtig austoben und Geräte kaputt machen. Nicht jeder Mieter bezahlt die Schäden. Rechnen Sie nicht unbedingt mit der pünktlichen Miete, denn viele Mieter haben es nicht eilig, die Miete zu bezahlen oder zahlen erst gar nicht. Hauptsache, sie haben ein Dach über dem Kopf. Ich hatte einst so einen Menschen in meinem Bekanntenkreis, der war so einer, echt zum Schämen, er bewohnte Mietwohnungen, hatte einen Offenbarungseid und bezahlte nie seine Miete. Ja, wo die Sympathie überall hinfallen kann! Offiziell zu Holen gab es nichts bei ihm. Dagegen sind die Spiesser ausgesprochen gute Mieter. Sehen Sie sich die Mieter vorher genau an, fragen Sie beim Vorvermieter nach, bei seiner Arbeitsstelle, und informieren Sie sich genau über die finanzielle Situation des Mieters. Lassen Sie sich nichts erzählen, was Sie nicht überprüfen können. Achten Sie als Vermieter auf einen guten Mietvertrag. Keine Haustiere, wenn das Holz nicht zerkratzt werden soll. Nichtraucher, wenn Sie die Wohnung mit Möbel, besonders Polstermöbel vermieten. Die Mietdauer und das Mietverhältnis bis hin zur Kündigung, damit Sie die Mieter auch wieder aus der Wohnung heraus bekommen. Die Anzahl der Mieter ist wichtig, sonst mietet einer und zieht mit der ganzen Verwandtschaft ein. Bringen Sie die Pflege der Wohnung in den Mietvertrag mit ein, denn es gibt Mieter, die lassen den Schimmel wachsen, weil er so gut duftet, oder weil sie zu wenig lüften. Es gibt Mieter, die haben in ihrem Leben noch keinen Eimer und Putzlappen gesehen, dabei besagen einige Studien, dass Putzen glücklich macht, weil die Duftstoffe in den Putzmitteln Glücksgefühle erzeugen. Und die Wohnung muss in dem Zustand wieder zurück gegeben werden, in dem sie gemietet wurde. Die Wände müssen weiss gestrichen werden, sonst nimmt einer rote oder schwarze Farbe. Stellen Sie vor Mietbeginn eine Mängelliste auf und berechnen Sie dann dem Mieter jeden neuen Mangel, der hinzugekommen ist. Löcher in Boden, Parkett und Fliessen, Wasserschäden durch das Hereinregnen, Schimmelschäden durch das Nichtlüften, Löcher in den Wänden, kaputte Geräte, Macken in der Badewanne und so weiter. Und vergessen Sie nicht, die Wohnung beim Finanzamt anzugeben, denn Sie müssen die Miete versteuern. Ab diesem Zeitpunkt rentiert sich das meiste Vermieten für die Vermieter nicht mehr. Zum Schluss dürfen Sie aber auf gute und ordentliche Mieter hoffen, denn sowas soll es auch auf dem Markt geben. Ich selbst hatte lange Zeit zur Miete gewohnt und hatte nie Beschwerden oder Probleme mit meinen Vermietern. Es hängt immer vom Mieter ab. Beachten Sie, die Mieter, die nach einem Mietnachlass oder billigerem Mietpreis fragen, können Sie vorab schon aussortieren.
Wie werden Sie als Vermieter die Mietnomaden wieder los?Lieber Vermieter, wenn Sie Mietnomaden bei sich wohnen lassen, tun Sie mir heute schon leid, denn solch charmante Mieter werden Sie so schnell nicht mehr los. Aber wenigstens die Wohnung steht niemals leer. Übrigens müssen Sie auch für die Nebenkosten aufkommen, wenn der Mieter zahlungsscheu ist. Neulich klebte ein verzweifelter Vermieter ein Schild mit der Aufschrift - Dieser Mieter zahlt nicht - direkt ans Haus seines liebevollen und pflegeintensiven Mietnomaden. Rechtlich sehr umstritten, moralisch verwerflich, aber was macht man nicht alles, wenn man sein Geld haben möchte. Wenn Sie Mietnomaden vermeiden wollen, erkundigen Sie sich nach dem neuen potenziellen Mieter beim Vorvermieter, holen Sie geldtechnische Auskünfte wie den Gehaltszettel ein, erkundigen Sie sich bei Delta Vista oder einem anderen Anbieter nach der Bonität des Mieters, und erst dann unterfertigen Sie den Mietvertrag. Als ich zu meinen Studentenzeiten in München eine Wohnung suchte, fragte mich ein Vermieter, ob ich Sozialhilfeempfänger oder Studentin wäre? Ich fragte was denn wohl besser wäre, und er erwiderte, dass ihm Sozialhilfeempfänger lieber wären. Gut, dann war ich eben für ihn ein Sozialhilfeempfänger, weil ich als Studentin schlechte Karten hatte. Und trotzdem schnappte mir ein Sozialhilfeempfänger die nette Wohnung vor der Nase weg, der sich dann als Mietnomade entpuppte. Weniger nett! Studenten sind eben nicht die schlechtesten Mieter, denn Mama und Papa zahlen schon aus reiner Gewissensstärke heraus, weil das schlechte Gewissen an Eltern mehr nagt als an heranwachsenden Studenten. Vermieter könnten ihren Mietnomaden die Wohnung auch richtig vermiesen und das Wohnen unerträglich machen, aber das habe ich jetzt nicht geschrieben, und deshalb steht dies hier auch nirgends. Wenn der Mieter zwei Monate hintereinander seine Miete nicht bezahlt, drücken Sie bitte nicht noch Ihre letzten Hühneraugen zu, welche die Kosmetikerin vergessen hatte zu entfernen, sondern greifen Sie hart durch, holen Sie einen Anwalt und leiten die ersten Schritte ein, denn der Mieter zahlt wahrscheinlich nie. |