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Wohnen Sie kreativ und einfach wie die Spartaner

wohntrendsWie wohnen Sie? Wollten Sie schon immer einmal ganz einfach wohnen, dann wohnen Sie jetzt einfach einmal los. Mit dem einfachen Wohnen meine ich jetzt das spartanische Wohngefühl, welches eher aus dem leeren Raum besteht, damit der Raum atmen kann. Unter einfachem Wohnen stellen sich die Leute ja die verschiedensten Varianten vor. Man kann auch einfach wohnen, indem man ein Bett, einen Tisch, ein paar Sessel und einen Schrank in seiner Wohnung stehen hat.

Wer es noch spartanischer haben möchte, der verzichtet auf das Bett und legt sich eine Matratze auf den Boden. Ganz spartanisch wohnt man, wenn man seine Bücher längs der Wände aufstellt und Sitzkissen als Sesselersatz auf den Boden legt. Ab diesem Zeitpunkt braucht man keinen Tisch mehr, denn der Boden wird zur grosszügigen Tischplatte. Nur eine fleissige Putzfrau benötigt man noch, denn wir wollen ja von einem sauberen Tisch essen, wenn wir schon auf diesem grosszügigen Tisch stehen, gehen und darauf tanzen. Ja, man kann sich seine Wohnung echt einfach und übersichtlich einrichten.

Minimalistisch wohnen - Was braucht ein Minimalist zum Leben?

Kennen Sie schon den neuen Lifestyle Trend, der seine wohl behüteten Wohnungen und Häuser peinlichst genau aufräumt? Die Minimalisten sind da, mitten unter uns, und sie wohnen und leben wie in der Steinzeit. Möchten Sie womöglich auch so ein hart gesottener Minimalist werden? Sie benötigen hierzu ein Leben und etwas Wohnfläche.

Nun misten Sie Ihren Haushalt derart aus, dass weniger als 100 Gegenstände übrig bleiben, mit denen Sie tatsächlich Ihren Alltag gestalten. Je weniger Sie benötigen, desto minimalistischer wohnen Sie. Ich habe beim Ausprobieren dieses feinfühligen Experimentes herausgefunden, dass dieser Trend wohl nichts für meine sensible Seele ist, denn neulich heiratete meine Seele das Ego, und seither wird sie von Tag zu Tag materiell gesehen maximalistischer.

Ich schaffte meine gesamten Sachen in den Keller und holte nur das Nötigste in die Wohnung. Mein Finanzratz und Mitbewohner, sozusagen mein immer wiederkehrender Lebenspartner, schüttelte den Kopf, als er mich befreit zwischen meinen wichtigsten Lebensutensilien sitzen sah. Er trank seinen Kaffee aus der schön geschwungenen Glastasse, während ich ihn gleich von der Quelle, aus der Kanne getrunken habe.

Mitten in meinem Experiment bemerkte ich, dass ich mehr Zeit im Keller verbrachte als in der Wohnung. Ich wohnte schon eher im Keller, denn da lebten auch meine Sachen. Im Grunde müsste dort mein Finanzratz leben, nachdem wir uns nach jeder Versöhnungsphase wieder sachlich entzweien. Ich habe gehört, es soll sogar Hunde geben, die Sachen besitzen.

Der Hund meiner Nachbarin hat beispielsweise einen eigenen Kleiderschrank, da werde ich wohl bitte auch mein kleines achttüriges Schränkchen wieder einräumen dürfen, wo ich doch neulich so schöne Klamotten bei Zara gefunden habe. Fragen Sie einmal eine Luxusfrau, wie maximalistisch sie wohnt, wenn sie Ihnen ihr Ankleidezimmer präsentiert, welches die Fläche eines halben Penthouses einnimmt. Ja, ich werde mich irgendwann dazu bekennen, ein Maximalist zu sein.

Was ist nun der Unterschied zwischen Maximalisten und Minimalisten? Wenn die Einen auf grossem Fuss leben, die Anderen an Fläche und Utensilien sparen, wo sie nur können, gibt es womöglich auch eine akzeptable Mitte, in der sich der zufriedene Normalverbraucher befindet? Wahrlich, ich wusste es, ich bin der Normalbewohner, der nicht zu viel und nicht zu wenig an Lebensutensilien besitzt, denn wenn ich in einen leeren Kleiderschrank schaue, überkommt mich anstatt einem befreiten Gefühl der Gedanke von tränenkullernder Traurigkeit.

Wenn Sie, lieber Besucher, es einmal mit dem Minimalismus versuchen möchten, räumen Sie alles aus Ihrer Wohnung aus, bis Sie in den kahlen Wänden stehen und sich in befreiender Gemütlichkeit den Verputz an den Wänden ansehen können. Da sieht man erst, wo der Maler gepfuscht hat. Sie stellen sich dann gezielt genau diese Gegenstände in die Wohnung zurück, mit denen Sie wirklich leben müssen.

Beispielsweise könnten Sie in einem Bett schlafen. Auf die Tagesdecke würde ich verzichten, denn dies ist schon wieder ein überflüssiger Gegenstand, der Sie in die Nähe der 100 Gegenstände bringen könnte und damit in Verlegenheit bringt. Sie brauchen bestimmt Ihren Computer und das Handy, denn man will ja nicht ganz von der Umwelt abgeschnitten sein.

Fernseher und Radio können Sie mit dem PC verbinden, damit ersparen Sie sich weitere unnütze Geräte. Nehmen Sie eine einzige Kleiderstange und behängen Sie diese mit den wahrlich nötigsten Kleidungsstücken. Ich hoffe für Sie, dass Sie nicht als Anwalt oder Banker arbeiten, denn hier brauchen Sie einiges mehr an Bekleidung, weil schon der Dresscode das Fehlen der Krawatte untersagt.

Wenn Sie kochen und essen, beschränken Sie die Utensilien und das Geschirr auf einige wenige Dinge, denn man hat ohnehin nur einen Mund, den man zum Speisen benutzt. Wie lange halten Sie es etwa aus, so spartanisch zu wohnen? Richtig spartanische Experimente hatte ich in der Vergangenheit immer wieder gemacht, aber derart in der antimateriellen Steinzeit lebte ich noch nie.

Bei meinem nächsten Experiment in Sachen Einfach Wohnen werde ich versuchen, eine Art spartanischen Luxus in meinem Businessappartment gerecht und stilsicher zu verteilen. Ob mir das gelingt, lesen Sie, wenn es soweit ist und ich mein neues Appartment in Wien bewohne. Übrigens ist das letzte Experiment nicht aufgrund meines gesättigten Egos schiefgelaufen, sondern wegen zu hoher Temperaturen, welche sich in meiner angemieteten Dachgeschosswohnung breit machten.

Mein Plan ist sicherlich deshalb noch nicht zielgerecht aufgegangen, da sich etwas noch Lebenswerteres in mein Dasein einschleicht. Ich kann es förmlich riechen. Lieber Besucher, ich wünsche Ihnen gutes Gelingen bei Ihrer spartanischen Aufräumaktion, und wenn es Ihnen in den kahlen vier Wänden zu dünnflüssig wird, gehen Sie einfach in den gemütlichen Keller, wo Ihre tollen Wohnaccessoires auf Sie warten.

 

Die Vorteile vom einfachen Wohnen

Ja, wenn nicht viel in der Wohnung steht, können die Räume atmen, denn da ist immer genügend frische Luft im leeren Raum. Wenn kaum Gegenstände in der Wohnung stehen, wirkt der Raum heller, denn man hat freie Sicht auf Fenster und Balkontüren. Sowieso ist der Lebensfluss nie gestört, wenn man nicht von unnötigen Einrichtungsgegenständen erschlagen wird, das Chi kann fliessen und die Lebensenergie macht sich breit.

Ausserdem sind so übersichtliche Räume mit sich zufrieden und dankbar, wenn es um die Reinigung geht. Wahrlich, Sie sollten es einmal ausprobieren, es erleichtert das Herz. Wenn Sie eher der Typ sind, der nicht loslassen kann, dann ist das einfache Wohnen eher ungeeignet für Sie, denn dann erschwert es Ihnen das Herz, wenn Sie all den Schnick Schnack verlassen müssen, den Sie doch so gerne um sich haben.

Mein Experiment fürs einfache Wohnen

Nun, ich bin neulich ein bisschen blind geworden und sehe mit meinen zwei himmelblau türkisen Glasaugen einfach hinreissend aus. Und da ich jetzt ein bisschen nach Wien ziehe, ist die Bahn wieder mein bester Freund, wenn es unter meinen Füssen rollt. In Wien starte ich mein Lifestyle Experiment vom einfachen Wohnen. Ich möchte sehen, wie viele und vor allem wie wenige Einrichtungsgegenstände es braucht, um spartanisch aber elegant und edel zu wohnen.

Ich möchte schauen, wie man in einem einzigen Raum sein Leben luxuriös unterbringt, ohne dass man viel besitzt. Ich möchte sehen, wie sich meine Seele entfaltet, wenn das materielle Haben nicht mehr im Vordergrund steht, sondern einfach nur das reine Sein. Lässt sich Einfachheit mit Luxus verbinden?

Mein einfaches Wohnexperiment startet

Ich wollte einst eine Dachgeschoss Wohnung im siebten oder sechsten Bezirk in Wien anmieten. Die Mietpreise schmeckten mir nicht. Dann war ich zu faul, mir immer wieder von Klagenfurt aus in meinem blinden Maulwurfzustand neue Wohnungen anzusehen. Ich musste aber nach Wien, weil ich doch wieder ein wenig lesen lernen, gehen lernen und leben lernen wollte.

Wenn die ganze Welt plötzlich optisch verschwindet, werden die Bürgersteige zu einer Herausforderung, und der Bäcker verschwindet samt Metzger aus dem Blickfeld. Da wurde ein Appartment im Haus des Wiener Blindenverbandes frei. Ja, das war meines, denn da stand ich voll drauf. Fragen Sie mich nicht, was ich alles in Bewegung setzte, um das begehrte Eck-Appartment zu bekommen.

Also bewohne ich jetzt einen einzigen Raum. Aber der steht im Dachgeschoss. 32 Quadratmeter, und ausser einem Flur und dem Bad mit Klo ist da nichts drin, denn die Möbel brauche ich nicht.

Was man alles teilen kann, wenn man einfach wohnt

Mir ist eine Terrasse wichtig, denn ich will in der Sonne liegen. Ich habe da eine grosse Terrasse, auf der die Sonne für mich und die anderen Leute scheint. Ich liebe Menschen und bin immer glücklich, wenn ich Leute um mich herum habe. In Deutschland wohnten auch ständig meine Freunde bei mir. So liebe ich die Gemeinschaftsterrasse.

Ich koche sehr gesund und spartanisch, deshalb liebe ich die Gemeinschaftsküche, denn da ist immer etwas los, wenn es ums Essen geht. Also kann ich kochen und in der Sonne brutzeln, bis der Lachs im Ofen fertig gebrutzelt ist.

Die Einrichtungsgegenstände fürs einfache Wohnen

Ich habe mir überlegt, was ich brauche, um minimalistisch zu wohnen, was ich brauche, damit das Appartment spartanisch und doch edel aussieht. Ich brauche ein Bett, welches edel und elegant aussieht. Es muss ein Bett sein, welches nicht aus dieser Welt ist, ein Bett, welches den sündigen Luxus pur verkörpert. Ja, darin schlafe ich wie eine Prinzessin. Ich brauche einen Schreibtisch, der vom Design her zum Arbeiten und auch zum Essen geeignet ist, denn meine Leute müssen auch bewirtet werden.

Ich brauche einen Schreibstuhl, der dem Raum einen Hauch von Luxus einflösst, eben einen Chefsessel, denn das Sitzen beim Arbeiten ist reine Chefsache. Drei verwöhnte Dinge wollte ich mir gönnen, die der Raum nicht braucht. Ich entschied mich für eine Schaufensterpuppe als Kleiderständer, für eine grosse Lavalampe, die wie ein Ufo futuristisch den Raum ausfüllt, und ich kaufte mir einen Zimmerbrunnen.

Die technischen Geräte reduzierte ich auf meinen Notebook Arbeitsplatz, auf Internet mit Telefon, auf einen Fernseher, der so flach ist, dass er die Sicht auf das Wesentliche nicht versperrt, und eine HiFi Anlage, die edle Klänge in den Raum flutet. Da ich ein grosses Herz habe, erweiterte ich meinen spartanischen Wohnstil noch auf eine Wohnwand, denn die kleinen Gegenstände wollten nicht auf dem Boden wohnen.

Fortsetzung folgt:

Wie entwickelt sich meine Seele im Appartment

Welche Leute ziehe ich in mein Leben

Der einfache Wohnstil

Ich bin davon überzeugt, dass der individuelle Wohnstil den Lebensstil und das gesamte Leben beeinflusst. Ich habe jede Menge Menschen kennengelernt und deren Wohnungen angesehen. Leute, die in aufgeräumten und übersichtlichen Wohnungen leben, sind erfolgreich und zufrieden. Leute, die chaotisch wohnen, sind meist so chaotisch, dass sie nie den Erfolg im Leben erreichen, den sie sich vorstellen.

Leute, die so viele Wohnaccessoires, Sachen und Gerümpel in der Wohnung stehen haben, leben meist ein Leben, welches voll mit Müll und Gerümpel ist. Das sind jetzt pauschale Verallgemeinerungen, die nicht auf den einzelnen Menschen zugeschnitten sind. Man sollte so wohnen, dass man sich rundum wohl fühlt. Die Seele muss atmen können.

Ich habe mit meinem Experiment in Freising, wo ich einst meine Wohnung auf das Wesentliche reduzierte, und mit meinem Lifestyle Experiment in Wien die Erfahrung gemacht, dass sich die Seele mit weniger Sachen besser entfalten kann, als wenn sie von vielen Dingen umgeben, ja nahezu erschlagen wird.

Der kleine bequeme Luxus für mein Wohnexperiment

Ja, wahrlich es gibt einen Punkt, der mich in dieses Appartment einziehen liess, ohne mit der Schulter zu zucken. Ich habe pauschal zweimal in der Woche meine eigene Putzfrau, die meine Wohnung reinigt, ich bekommt frische Handtücher, frische Bettwäsche, und sogar das Klopapier ist im Preis inbegriffen. Schon wegen dem Klopapier bin ich eingezogen, denn das hat mich unheimlich angezogen.

 

 

Impressum   © Elisabeth Putz

 

 

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