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Die Enukleation – Wann soll ich mein Auge entfernen lassen?

augenZuerst möchte ich sagen, dass eine Augentfernung wohl eines der schwierigsten Themen ist, mit welchem man sich auseinandersetzen muss, wenn man einmal in so eine gesundheitsbeeinträchtigte Lage kommt, ein Auge eventuell entfernen lassen zu müssen. Ich selbst kam eines Tages in die missliche Lage, entweder die Enukleation zu wählen oder tägliche Schmerzen zu ertragen. Glauben Sie mir, ich habe tagelang geheult, bis ich mich zu diesem Schritt entschieden habe. Bevor ich die Enukleation vornehmen liess, war ich derart fertig, sodass ich mich entschied, eine wahrlich sarkastische, makabere Sichtweise auf diese Situation zu legen, damit ich den Zustand leichter ertragen konnte.

Neulich schrieb mir jemand, dass die beschriebene Abhandlung hier kein gesunder Humor sei. Er hat Recht, denn eine Augentfernung ist etwas derart schreckliches für die menschliche Seele, dass man ungewöhnliche Wege suchen muss, um damit fertig zu werden. Man hat im Grunde nur die Wahl zwischen Schmerzen oder der Enukleation, wenn alles andere bereits versucht wurde und die Schulmedizin am Ende ist. Mir schrieb jedoch auch eine Frau, sie hätte sich nach zwei Jahren unerträglicher Schmerzen für die Entfernung ihres Auges entschieden und kann jetzt seit langer Zeit wieder nachts schlafen. Da ich nicht mehr wusste, wie ich medizinisch mein Auge noch retten lassen konnte, musste ich es entfernen lassen.

Lieber Besucher, ein Sinnesorgan ist mit dem Körper, dem Geist und der Seele verbunden, deshalb habe sogar ich mich psychologisch beraten lassen. Es gab Leute, die sagten einfach so aus dem blauen Himmel heraus, das Auge muss raus. Erst wenn man selbst davon betroffen ist, weiss man, wie schwierig so eine Entscheidung ist. Ich habe aber auch mit betroffenen Menschen gesprochen, die mir sagten, der Leidensdruck kann mit einem schrumpfenden Auge, auf welchem man nichts mehr sieht, grösser sein, als mit einer gut angefertigten Glasprothese. Und da ich schliesslich am Punkt of no return angekommen war, entschied ich mich, diese makabere und fast unerträgliche Situation so sarkastisch und leicht zu nehmen, damit meine Seele nicht daran zu Grunde geht.

 Also, liebe Besucher, die nachfolgende Schilderung einer Augentfernung ist vielleicht nicht ganz erträglich für jeden Geschmack geschrieben, aber wer in so einer Situation steckt, kann es vielleicht leichter nehmen, wenn er sein Auge entfernen lassen muss. Zuerst möchte ich aber noch sagen, dass man vorher wirklich alles andere versuchen muss, sich bitte von mehreren Spezialisten und Augenärzten beraten lassen sollte, denn es handelt sich um ein Sinnesorgan, welches entfernt wird. Man kann nachher unter Phantombildern und Phantomschmerzen leiden, und das sollten Sie auch nicht vergessen. Ausserdem ist es eine schmerzhafte Operation, denn man verabschiedet sich seelisch von seinem Auge und hat eventuelle körperliche Schmerzen, bis die Wunde in der Augenhöhle geheilt ist.

Hier nun meine makabere Lösung für ein derart schwieriges Problem, über das man kaum sprechen mag.

 

Wie kommt man mit einem schrumpfenden Auge vorher zurecht?

Haben Sie zufällig auch so ein krankes Auge, das nur noch sensibel und beleidigt in Ihrer Augenhöhle steckt und leise, aber schmerzhaft vor sich hin jammert? Vor so einem Problem stehen einige Leute, die entweder nach vielen Augenoperationen ihr Augenlicht verloren haben, oder einfach nur mit einem Schrumpfauge bestückt sind. Wenn das Auge schrumpft, tut das weh, und man fragt sich wahrlich, ob das auch Not tut.

Wann sollten Sie also Ihr schrumpfendes Auge entfernen lassen? Sie sollten sich zuerst einmal im Spiegel betrachten und nachschauen, ob das kranke Auge noch gesellschaftsfähig ist. Sehen tun Sie ja mit diesem Auge ohnehin nichts mehr ausser Ihre inneren Bilder, die Sie im Gehirn entwickeln. So, die erste Voraussetzung für eine Enukleation des Auges hätten wir: Sie sehen mit diesem Auge nichts mehr und nicht so schön aussehen tun Sie damit auch noch. Wenn nur einer dieser Faktoren bei Ihnen nicht zutrifft, lassen Sie Ihr Auge drin, denn ich sage Ihnen eines, die Operation tut Ihnen auch unter Umständen weh.

Sie sollten Ihr Auge auch entfernen lassen, wenn Sie damit nichts mehr sehen, es schrumpft und dadurch zu schmerzen beginnt. Wie lange laufen Sie schon schmerzhaft am Zahnfleisch umher mit Ihrem Auge, welches vielleicht schon an Ihrer Seele nagt? Lassen Sie sich unbedingt vorher gut beraten, denn die Augentfernung ist auch immer mit Risiken verbunden. Aber bitte lassen Sie sich nicht mit so erschreckenden Methoden wie der Betäubung mit Alkohol im Auge abspeisen, denn diese Methode wird seit Jahren nicht mehr gängig ausgeübt, weil die Risiken und Nervenschäden zu gross sind. So, jetzt haben wir einmal besprochen, wann das Auge herausgenommen werden sollte.

Wie lassen Sie sich Ihr Auge entfernen?

Eine Augenoperation dieser Art ist kein Kinderspiel, denn jede Operation ist mit Risiken verbunden. Jeder Mensch hat Angst vor einer Operation, auch wenn er es nicht offen zugibt. Es ist ein Eingriff in die Seele. Ich habe nach einer meiner zahlreichen Augenoperationen sogar Angstträume nachts bekommen und bin mitten in meinen Traumphasen erwacht. Trotzdem muss man sich mit seiner Augenoperation auseinandersetzen, anfreunden, denn irgendwann liegt man unter dem Messer. Wenn Sie erst einmal am Operationstisch liegen, bemerken Sie nicht, was sich unter dem Messer so alles tut. Lassen Sie sich vorher vom Augenarzt und Operateur ausführlich und kindgerecht beraten, denn es gibt verschiedene Methoden und Vorgehensweisen der Augentfernung.

Nun, das Auge wird vom restlichen Muskel getrennt, ein Schnitt ist nötig, der danach wieder zugenäht werden muss. Man fühlt sich unter Umständen wie ein Stück Stoff, welcher zusammengenäht wird, damit er wieder schön aussieht. Der Sehnerv wird übrigens durchgeschnitten, denn den brauchen Sie jetzt wirklich nicht mehr. Also verabschieden Sie sich vorher ausdrücklich von Ihrem Sehnerv, das ist gut für Ihr Seelenheil. Die Muskeln werden übrigens beibehalten und zusammengezogen, denn die brauchen Sie nachher noch, damit das Glasauge sich hin und her bewegen kann. Sie bekommen nämlich nach einigen Wochen ein richtig schickes Kunstauge verpasst.

Sie erinnern sich doch, das war ein Grund, warum Sie sich für die Augentfernung entschieden haben, die eitle und eingebildete Optik, die stimmen muss. Damit die Muskeln auch das tun, was sie sollen, wird eine Art knochenartige Kugel eingesetzt, die dann mit dem Aughöhlchen verschmilzt. Sie schauen also nicht unbedingt in ein hohles Loch, wenn Sie aus der Narkose erwachen.

Nach der Narkose, nach dem Auge entfernen

Als ich nach meiner Augenoperation aus der Narkose erwachte, ging es mir derart schlecht, sodass mir sogar reiner Sauerstoff angeboten wurde. Ich erkannte das volle Ausmass meiner Eitelkeit, und ich dachte für einen Moment, die Schmerzen davor waren erträglicher. Sie müssen nicht unbedingt solche Narkoseerfahrungen machen, aber Sie sollten eine Vollnarkose nicht auf die linke leichte Schulter nehmen. Wenn Sie aus der Narkose erwachen, haben Sie Glück gehabt, denn dann haben Sie die Augenoperation überlebt. Ja, bedenken Sie, dass jede Operation auch ein Risiko ist. Wenn Sie nun nach getaner Arbeit erwachen, besitzen Sie das leidige Auge nicht mehr, das ist Fakt.

Entweder Sie fühlen sich fit, dann haben Sie einen robusten Körper, der alles ohne Nebenwirkungen übersteht, oder Sie fühlen sich elend, dann haben Sie vermutlich die Narkose nicht so gut ertragen. Aber keine Sorge, Sie bekommen zur Vorsicht gleich einen Spucknapf, falls Sie sich übergeben möchten. Alles geht vorüber, auch die übelste Übelkeit. Ausserdem kann ich Sie beruhigen, wenn Sie brav waren, möchten Sie sich vielleicht übergeben, aber der Magen ist leer, da kommt nicht mehr viel hoch. Es hat eben alles seine Vorteile. Ach ja, eventuell könnten Sie Schmerzen haben, weil die Wunde schmerzt oder ein gar zu lieber Arzt Ihnen einen Druckverband um den Kopf gewickelt hat, um Blutungen und Schwellungen zu verhindern. Bei so einer Augenentfernung ist eben alles drin, vom kleinen Feilchen bis zur grossen Schwellung, wie in einer Überraschungstüte.

Sie bekommen einen Platzhalter eingesetzt

Ja, jetzt staunen Sie, denn nach oder bei der Operation bekommen Sie so einen Platzhalter eingesetzt. Der verhindert, dass die Augenhöhle schrumpft. Der Platzhalter, die sogenannte Illigschale, hat Löcher, denn Sie müssen das nicht mehr vorhandene Auge ja mit Salben und heilsamen Medikamenten versorgen. Die Schale ist aus Plastik, und beinahe jeder verträgt sie. Gut, jeder verträgt diesen Platzhalter, bis ich kam, denn ich vertrug ihn nicht und musste ihn vom Notarzt entfernen lassen. Aber ich bin ja auch nicht jeder.

Wenn das Auge glücklich entfernt wurde

Ja, nach einigen Wochen dürfen Sie zum Augenprothetiker spazieren, denn jetzt ist es Zeit für Ihr schickes und trendiges Glasauge. Falls Sie keinen Platzhalter im Auge hatten, müssen Sie nach zwei bis drei Wochen zum Augenprothetiker, denn dann könnte ja die Augenhöhle schrumpfen. Ich sage Ihnen, bei meiner Augentfernung waren es zuerst die Schmerzen, die mich zu diesem Schritt bewogen haben, aber dann war es doch eine reine Schönheitsoperation. Mit dem neuen Glasauge sehen Sie bestimmt gut aus, und nach einigen Monaten war es Ihnen alle eventuellen Schmerzen und Unannehmlichkeiten wert.

Heute werden Augen, die die Welt nicht braucht, aus kosmetischen Gründen auch gerne entfernt, denn man will ja auch einen ordentlichen und unwiderstehlichen Augenaufschlag haben, besonders, wenn man damit seine Extrawünsche besser durchsetzen kann.

Soll man sich sein Auge aus kosmetischen Gründen entfernen lassen?

Ich sage aus heutiger Sicht NEIN, man sollte es nicht aus optischen Gründen machen. Es leiden jedoch viele Menschen unter einem schrumpfenden Auge, und unsere äussere Umwelt schaut uns eben gerne als erstes in die Augen. Wenn Sie unter dem optischen Aspekt derart leiden, dass Ihre Lebensqualität darunter enorm leidet, ist der Eingriff gut für Ihre Seele. Nicht aber, wenn Sie mit diesem Auge noch etwas sehen, denn dann sollte bitteschön das restliche Sehvermögen Vorrang haben. Es ist schwierig, zwischen einem Restsehvermögen und der Optik auszuwägen, denn das ist von Mensch zu Mensch individuell.

Ich tat mir ja bereits ohne vorhandenes Sehvermögen mit der Enukleation schwer, derart schwer, dass Sie nachfolgend meine makabere Augentfernung mitverfolgen können. Wenn der Eingriff in die Seele tief geht, kann das Seelenleben manchmal nur noch durch harten Sarkasmus geschützt werden. Sie werden es kaum glauben, aber ich besitze keine echt natürlichen Augen mehr. Dafür habe ich himmelblaue Glasaugen, die so echt aussehen, dass alle Leute denken, die Natur hat es mit der Schönheit meiner Augen derart gut gemeint, aber auf das Sehvermögen wurde vergessen. Möchten Sie wissen, wie ich zu meinen trendigen Glasaugen kam, und welche Erfahrungen ich mit der Augenentfernung gemacht habe?

Ich muss ja immer überall dabei sein und fast alles ausprobieren, deshalb habe ich auch extra für Sie, lieber Besucher, eine Augenentfernung getestet. Gut, vorher bin ich blind geworden, weil das doofe Glaukom nicht von mir weichen wollte, denn so lebensfaul bin ich jetzt auch wieder nicht, dass ich aus heiterem Himmel so ein leidiges Experiment für Sie mache. So eine Augenentfernung ist ja nicht mit einer simplen spartanischen Wohnung zu vergleichen, in die ich experimentell einst einzog und gleich darauf das Weite suchte. Obwohl, wenn man die leere Augenhöhle so betrachtet, in der sich nur noch die Kugel mit den Augenmuskeln befindet, könnte man das ganze Konstrukt durchaus mit einer kahlen, und wahrlich spartanischen Wohnung vergleichen.

Die Zeit vor der Augenentfernung

Seit meiner Geburt irre ich mit einem schicken und richtig trendigen Glasauge herum. Gut, in meiner Kindheit hatte ich keines, denn meine Mutter glaubte, der fremde Körper könnte mir als Fremdkörper weh tun. Kennen Sie auch solche überempfindlichen Mütter, deren Nabelschnüre einfach bei der Geburt vergessen wurden, zu entfernen? Da hängt das Kind ein Leben lang an der Nabelschnur der Mutter. Nun, als ich endlich eigene Gedanken entwickelte, bekam ich mein erstes Glasauge verpasst. Ich bin vielleicht der erste Mensch, der sein Glasauge die letzten 12 Jahre nie herausgenommen hat, denn so lange das Kunstauge gut aussah, vergass ich ganz, dass ich eines besitze.

Und dann erkrankte ich an grünem Star, genau an dem Auge, mit dem ich die Welt in ihrer ganzen Pracht wahrnahm. Ich probierte alles aus, was mir die Schulmedizin und die Naturheilkunde boten, aber manchmal ist das Leben wie der Schiedsrichter bei einem Fussballspiel, einfach unfair. Jetzt stand ich da mit einem schrumpfenden, geröteten Auge, welches nichts mehr sah und trotzdem doof aussah. Also beides wollte ich auf keinen Fall, deshalb ging ich wieder einmal zum Augenarzt.

Die Augenentfernung stand vor der Türe und meldete sich an

Mein Gang zum Augenarzt war ein wahrlicher Canossagang, denn ich musste ausgerechnet zu meinem Glaukomarzt aus Wien. Der hatte einst unerklärliche Bauchsachen für mich entwickelt, so dass zum Schluss derart der Wurm drin war, bis ich mich entschied, den Kontakt abzubrechen. Manchmal ist das Leben wie eine Urlaubsbekanntschaft, die ist irgendwann vorbei. So fühlte ich mich, als ich meinem Glaukomarzt mit einem mulmigen Bauchgefühl gegenüber sass. Wir waren beide vollkommen verkrampft, bis ich ihm die Hand zur Freundschaft reichte. Oh Wunder, ab diesem Zeitpunkt konnten wir hervorragend miteinander umgehen. Ich musste mich in meiner urkomischen und provokanten Art nicht mehr zurückhalten, und er durfte kontern und mich ärgern, wann und wo er wollte.

Das waren die besten Voraussetzungen dafür, dass er mir anbot, die Augenoperation für die Augenentfernung zu machen. Halt, der Arzt bohrt normalerweise Löcher und macht Kanalrohre in die Augen von glaukomgeschädigten Patienten. Kann denn der auch Augen entfernen? Gut, glücklicherweise war ich nicht die erste Patientin, der er ein Auge geraubt hatte, er hatte bereits an anderen Patienten geübt. Ich fühlte mich in besten Händen, als das leidige Thema mit den undefinierbaren Bauchgefühlen geklärt war. Wissen Sie was, lieber Besucher? Mich würde trotzdem brennend heiss interessieren, welche Art von Bauchsachen der Arzt genau einst zu mir entwickelt hatte.

Meine Entschlossenheit für die Augenentfernung war grenzenlos stabil

In den Wochen vor meiner Augenoperation war ich wirklich grenzenlos davon überzeugt, dass ich mir das hässliche Auge entfernen lasse. Ich fragte sogar Passanten auf der Strasse, ob das nötig wäre. Mein Augenarzt meinte, dass sei nur wegen der Schmerzen nötig, denn ich bin schön genug. Ein weiterer Arzt meinte, das Auge fällt nicht gross ins Gewicht bei meiner Schönheit, aber diese Meinungen konnte ich nicht als Entscheidungsfaktor nehmen, denn die waren bestimmt nicht objektiv genug. Nicht dass ich entscheidungsfaul wäre, aber so eine Augenentfernung ist nicht wie der Gang zum Friseur, denn ich sage Ihnen eines, Haare wachsen wieder nach. Ich war also wahrlich instabil in meiner Entscheidung.

Eines habe ich allerdings herausgefunden. Ich bin eine bildhübsche, wunderschöne, bezaubernde, umwerfende und schöne Frau. Ich möchte nur wissen, wie viele der befragten Leute ich mit meiner Anwesenheit umgeworfen habe. Nun, meine Augenschmerzen wurden immer weniger, desto näher der OP Termin kam. Zum Schluss war es nur noch eine reine Schönheitsoperation. Ja, mit der Schönheit kann man mich durchaus noch ködern, das gebe ich gerne offen zu.

Der Tag der Augenentfernung

Ich fuhr um 5 Uhr nach Wien ins AKH, drei Stunden, denn knapp nachdem ich im Krankenhaus ankam, lag ich auch schon auf dem Operationstisch. Ich kam also wirklich nur rechtzeitig zu meiner eigenen Augenoperation. Hoffentlich verpasse ich nicht eines Tages meine eigene Beerdigung. Ich lag so auf dem OP Tisch, da kam mein Augenarzt vorbei und fragte mich, ob ich mir die Sache mit der Operation noch überlegen wollte. Ja, ich hatte mir eine Nadel stechen lassen, das hässliche OP Nachthemd angezogen, mich hin und her schieben lassen, nur damit ich es mir jetzt überlege und vom OP Tisch steige. Gut, mir ist alles zuzutrauen.

 Ich wollte den Arzt noch ärgern, indem ich ihm sagen wollte, dass ich von einer heissen Nacht mit ihm träume, aber ausser heisse Luft wäre da nichts dahinter. Und dann passierte mir der peinliche Supergau. Ich sagte, er soll auf meine zauberhaften Augenbrauen, meine wunderschönen Wimpern und meine unwiderstehlichen Haare aufpassen, und dann schlief ich zu früh ein. Ich wachte auf, sagte in meiner geistigen Umnachtung, dass ich bitte wieder einschlafen will, weil die heisse Luft in der heissen Nacht mit dem Arzt mir den Verstand raubt. Alle hörten es und lachten. Als ich wirklich wieder zu mir kam, hatte ich Schmerzen. So ein lieber Mensch hatte mir einen Druckverband um den Kopf gewickelt.

Ich bekam echt üble Zustände, konnte kaum atmen und hatte richtige Schmerzen am ganzen Körper. Eine Krankenschwester empfahl mir, mit der Lunge und der Nase zu atmen, und nicht mit dem Kopf. Aber ich mache doch alles mit dem Kopf, mit dem gehe ich auch immer wieder durch die Wand und freue mich, wenn danach die Schmerzen nachlassen. Die ganze Nacht sass ich mit meinem Druckverband um den Kopf gewickelt aufrecht im Bett und schaute immer wieder nach, ob ich wohl atme. Die Krankenschwester wollte mir reinen Sauerstoff verpassen, aber ich wollte nichts mehr Unnatürliches in meinen Körper hineinlassen. Ich grub sogar eines meiner Ohren unter dem Druckverband aus, weil ich aus der Nase blutete. So ein Unterdruck aber auch!

Der Tag nach der Augenentfernung

Sie werden es kaum glauben, aber ich habe meine Schönheitsoperation überlebt. Es war so schrecklich, dass ich jetzt direkt auf den Geschmack gekommen bin, mir meinen Busen zu vergrössern, mir ein wenig Fett absaugen zu lassen, mir meine Gesichtsfalten zu straffen.....Ich bin ein fettloses 46 kg Leichtgewicht, trage einen 75 C BH und habe neben meinen Traummaßen ein jugendliches, straffes Gesicht. Jetzt raten Sie einmal, für welche Schönheitsoperation ich mich demnächst entscheide.

Auf jeden Fall war jetzt das Auge irgendwo, nur nicht mehr in mir drin. Trotzdem, Sie werden es kaum fassen, hatte ich immer noch die Phantombilder, eine Art Phantomsehen, so dass ich glaubte, der Arzt hätte sich einen Scherz erlaubt und mein Auge gar nicht entfernt. Diesmal war ich von der Operation und der Narkose richtig benommen. Das hinderte mich aber nicht daran, mich mit einem Immobilienmakler im Krankenhaus wegen einer Wohnung zu treffen. Ich wäre nicht authentisch, wenn ich nicht aktiv wäre.

Zwei Tage nach der Augenentfernung

Oh Schreck, ich bekam so einen elenden Platzhalter in mein nicht mehr vorhandenes Auge eingesetzt. Ich jammerte und schimpfte mit dem Arzt. Was man nicht alles für seine Schönheit macht! Ich fuhr mit dieser Plastikschale im Auge nach Hause, obwohl ich wusste, dass ich das leidige Teil nicht vertragen würde. Ich hätte den Arzt nötigen sollen, mir diesen Platzhalter wieder zu entfernen, wenn er doch schon alles entfernt hatte. Er sagte, jeder verträgt diese Illigschale. Bin ich etwa jeder? Und da ich nicht jeder bin, beschimpfte ich zu Hause eben meinen lieben und wunderbaren Arzt am Telefon, spazierte in einer Seelenruhe nachts in die Augenklinik in Klagenfurt und liess mir diesen Platzhalter entfernen.

Gut, dass ich mich dafür entschieden hatte, denn das Augenhöhlchen begann bereits leicht aber merklich zu eitern. Oder war es doch nur das Wundwasser, was da entgegen kam? Jedenfalls bin ich die erste Patientin, die diesen Platzhalter nicht verträgt.

Die Tage nach meiner Augenentfernung

Zu Hause ging es mir erstaunlich gut, und ich fing gleich wieder zu arbeiten an, denn mein Onlineportal lebt ja auch nicht von alleine. Bei den Nachkontrollen und der Nachbehandlung schlossen mein Augenarzt und ich für immer Frieden. Ich muss zugeben, hinter all seinen Panzerschränken und seiner Sachlichkeit, seinen fiessen kleinen Gemeinheiten, ist er doch ein wunderbarer und liebenswerter Mensch, den ich auch als Arzt sehr schätze, denn er hat auch alle meine sarkastischen Gemeinheiten tapfer ertragen. Und mit meinem himmelblauen Glasauge, welches hervorragend zu meinem bereits vorhandenen Glasauge passt, sehe ich optisch aus, wie aus dem Ei gepellt.

Lieber Besucher, falls Sie einmal auf die Idee kommen sollten, sich ein Auge entfernen zu lassen, gehen Sie vorher auf Nummer sicher. Achten Sie darauf, dass Sie mit dem Auge wirklich nichts mehr sehen, es total hässlich aussieht und es wenn möglich, so richtig schmerzt. Ansonsten lohnt sich so eine reine Schönheitsoperation nur, wenn Sie wirklich hart im Nehmen sind und Schmerzen ertragen können.

Es kann nämlich auch so wie bei mir aussehen. Ich hatte nach der Operation so ein rotblaues Auge, das war derart geschwollen, dass die Frau in der Apotheke fragte, ob ich den Täter bereits angezeigt hätte, der mir das angetan hat. Ich sagte, mit dem Schuft werde ich schon alleine fertig. Lieber Besucher, auch mit einem Druckverband könnten Sie nachher für einige Tage wie Quasimodo aussehen.

Übrigens sehen Sie aber mit neuen Augen nach ein paar Wochen nach der Augenentfernung so gut aus, dass Ihnen die Schmerzen wieder egal werden, wenn alles gut geht. Über die Risiken und Nebenwirkungen bei so einer Augenoperation diskutieren Sie bitte mit Ihrem Augenarzt und Vertrauten.

 

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