| Entspannt und gesund leben mit Wellness Was ist eigentlich Wellness? Geschützt ist dieser Begriff so wenig wie Lifestyle, und deshalb kann jeder das daraus machen, was ihm beliebt. Wellness kann zum Beispiel die kleine Orange, mundgerecht zugeschnitten, in einem Saftglas vor sich hinschwimmend, sein.
Hier ist der Entspannungsfaktor sehr gross, denn schon alleine das Zuschauen, wie die kleine Orange im Saft ihre Runden dreht, entspannt unsere Sinne. Geworben wird meist mit dem Begriff Wellness, wenn die Orange in den Köpfen der Menschen einen gesunden Wind erzeugt, denn Früchte sind wahrlich gesundheitserregend. Sozusagen schwimmt dann die kleine Orange zusammen mit dem heilbringenden Begriff des Wellness in unseren Köpfen umher. Übrigens schwimmen die künstlichen Aromen und der Zucker, welche sich im Saft befinden, auf unseren körpereigenen Fettpölsterchen mit, denn der Saft muss ja auch in Sachen Geschmack seinen Wellnessmann stehen. Eine Orange alleine schmeckt nicht aromatisch genug, um unsere aromabeschädigten Geschmacksnerven so zu reizen, dass sie es als angenehm empfinden, weder pur, noch im glaseigenen Schwimmbecken des Saftglases. Wahrlich, in den kleinsten Spuren von Früchten steckt Wellness drin. Wo überall findet man Wellness?Haben Sie etwa auch schon einmal Wellnepp konsumiert? Als ich einst in Spanien kurzfristig eine Finca bewirtschaftete, wuchsen die Orangen auf den Bäumen. Morgens nahm ich meinen Korb, pflückte sie vom Baum und presste sie einzeln aus. Der pure Saft schmeckte wie Wellness auf meiner verwöhnten Zunge. Als ich nach Hause kam, kaufte ich gleich zwei Kilo Orangen beim Discounter im Sonderangebot und presste jede einzelne Frucht aus. Der Saft schmeckte gewöhnungsbedürftig, etwas säuerlich und dünnflüssiger auf meiner verwöhnten Zunge. Damit meine Zunge nicht zickig wurde, gab ich Orangenaroma und Zucker in den Saft. Jawohl, damit konnte ich jetzt locker auf den Flohmarkt gehen und meinen Orangensaft als Wellnessdrink verkaufen. Wellness im UrlaubNeulich entdeckte ich sogar ein Wellnesshotel mit einem uralten Trimmrad im Keller. Oh Verzeihung, ich meinte natürlich mit einem aussergewöhnlichen Sportangebot im hauseigenen Spa Bereich. Ich staunte nicht schlecht über dieses reichhaltige Sportbuffet, an welchem man sich wahrlich stundenlang satt trimmen konnte. Lieber Besucher, Sie sehen schon, Wellness braucht Richtlinien, sogenannte Qualitätsfaktoren. Überzeugen Sie sich vorher selbst vom Angebot im Spa Bereich, wenn Sie Ihren Wellnessurlaub in einem hochwertigen Hotel buchen. Ein Pool am Dach des Hauses und ein verstaubter Stepper im Keller sind zu wenig, um seine Gäste glücklich zu stimmen. Übrigens fliegen einige Urlauber extra nach Teneriffa, um neben dem naturbelassenen Sandstrand Wellnessurlaub im künstlich angelegten Spassbad zu machen, nur um mit der steilsten Wasserrutsche der Welt eine körperlich und seelisch verschmelzende Einheit zu bilden. Ich bemerke gerade, Wellness ist Kunst und liegt im Auge des Betrachters. Ich werde den gewinnbringenden Gedanken nicht los, dass sich mein Orangensaft vom Discounter nicht doch eventuell gut verkaufen lässt, vielleicht in meinem eigens dafür eröffneten Wellnesssalon. Meine griechisch angereicherte Finanzlage in der Geldbörse wäre damit ein für alle Mal ein Vergangenheitsthema.
Jedes Mal, wenn ich mich auf die Waage stelle, habe ich ein paar Kilo zu viel auf meinen weiblich anschmiegsamen Hüften. Deshalb liegen meine Hosen und Röcke auch so eng umschlungen am Körper, sodass ich kaum atmen kann, ohne zu riskieren, dass der Stoff reisst. Es wird doch wohl nicht mein Spitzbauch sein, welcher sich neben den Hüften üppig am leckeren Essen bedient und wie ein Hamster sämtliche Schokoladenvorräte sammelt?
Vielleicht passen die Klamotten deshalb so schlecht zu mir? Zweimal hatte ich bereits die Waage ausgetauscht, da ich sie beschuldigte, das falsche Gewicht anzuzeigen. Bisher hat es nichts geholfen, aber demnächst schleppe ich meine Waage vor Gericht, vors Fleischgericht, denn es muss ja endlich einmal jemand verurteilt werden, wenn es mir so schlecht ergeht. Lieber Besucher, schleppen Sie sich etwa auch mit ähnlichen Gewichtsproblemen durchs optisch schlankheitsbewusste Leben? Wenn doch schlank endlich eine ernstzunehmende Krankheit, ein übler Virus wäre, dann wäre schlanksein ansteckend, und wir müssten uns nicht mehr mit dünnflüssigen Kalorien abmühen. Aha, es gibt die Krankheit bereits: Magersucht! Bitte, dies ist ein ernst zu nehmendes Thema, denn mit Essen spielt man nicht. Lieber Besucher, wir wollen hier nicht zu dünn werden, sondern gesund schlank bleiben, und gerade dies ist ein grosses Thema, welches so schwer zu managen ist. Kaum hat man den Dreh mit dem Abnehmen raus, schon wird ein zelebrierender, bis ins kleinste Detail hinein ausgelebter Lebensstil daraus, und man erlebt den Lifestyle der Magersucht. Neulich wollte sich ein ohnehin zu dünn geratenes Stangenmodel für eine Modelinie einer Zeitschrift als Model zur Verfügung stellen, aber die Kleider waren zu eng. Jetzt konnte man aus den knochigen Hüften nichts mehr entfernen, was nicht einem operativen Eingriff gleich kam, und trotzdem wurde das Model abgelehnt, weil es zu dick war. Bitte, ich rätsle heute noch, warum nicht einfach die Klamotten abgelehnt wurden, weil sie zu eng geschnitten waren? Und wo fand man jetzt das passende Model, wenn nicht in der Pathologie? Lieber Besucher, zu dick ist out, aber zu dünn ist eine Volkskrankheit, welche von den Medien vollends unterstützt wird. Haben Sie es auch schon mitverfolgt, wenn die Modeindustrie ihre dürren Masse zur Schau stellt, die Medien glamourös darüber berichten, und wenn dann ein Model versehentlich an Magersucht stirbt und die Medien darüber betroffen berichten? Wahrlich, es ist immer etwas los im Rundfunk und in der Presse, das muss man den Medien schon lassen, sie haben eine schweinchenartige Trüffelnase, wenn es um packende Ereignisse geht. Abnehmen kann aber auch zu einem gesunden Lebensstil werden, indem man beginnt, sich gesund zu ernähren und mit ein wenig Sport nachhilft. Ich frühstücke, dann esse ich zu Mittag und zu Abend. Und weil das leckere Essen sich nicht versteckt auf meinem Körper breitmachen soll, mache ich jeden Tag Sport. Mittlerweile besitze ich bereits einen Hometrainer, einen Stepper, einen Pezziball, einige kleine Fitnessutensilien und ein grosses Wohnzimmer im Haushalt, denn die Sportgeräte müssen ja auch irgendwo wohnen. Ins Fitnessstudio schaffe ich es nur am Wochenende, denn die Wege dorthin sind zu lang für meine bequemen Füsse. Ausserdem suche ich noch die passenden Laufschuhe, denn Sitzschuhe besitze ich bereits. So schaffe ich es hin und wieder, meine sichtbaren Fettdepots am Körper zu minimieren. Meine Waage zerre ich aber trotzdem vor Gericht, denn sie hat es nicht anders verdient, dieses Luder. Und falls ich den Prozess verlieren sollte, nuckle ich eben an meinem Wellness-Orangensaft aus dem Discounter. Was essen Sie eigentlich, wenn sich der Tag wieder einmal in die Länge zieht? Wir können ja nicht die ganze Zeit über schlafen, damit wir unseren Körper vor ungesunder Ernährung schützen. Ich schwöre, wenn sich ein Wiener Schnitzel in meiner Nähe befindet, das mache ich platt, denn so ungesundes Essen muss vernichtet werden. Übrigens ist mein Metzger jedes Mal überglücklich, wenn ich am Wochenende Fleisch bei ihm einkaufe, denn er ist der Meinung, ich würde vom Fleisch fallen.
Eine meiner Freundinnen, die Vegetarierin, meinte jedoch neulich, ich hätte zu viel Fleisch an den Hüften. Jetzt bin ich während der Woche bereits auf Fisch umgestiegen und esse zu diesem Zweck jede Menge leckeren, fetten Lachs, morgens, mittags, abends. Sie brauchen nicht zu denken, dass Fisch nicht dick macht, denn wenn mich mein reiflich geräucherter Frühstückslachs vom Brötchen herab anlächelt, setzen sich die Fettpölsterchen bereits vom reinen Lächeln des Lachses an meinen Hüften an. Übrigens kaufe ich samstags bei meinem Metzger Fleisch ein, denn ich will ihn ja nicht beleidigen. Ich bin ein sensibler Mensch und möchte von allen Leuten geliebt werden. Welch eine problematische Lebensaufgabe! Neulich überlegte ich mir, ob ich nicht doch auf meine vier bis sechs Frühstückseier, welche sich übers Wochenende in mir verteilen, verzichten sollte. Womöglich sind dies die heimlichen Hausbesetzer meines Fetthaushaltes im Körper. Ich kaufe ja meine Eier von glücklichen Hennen, jedenfalls lacht mich eine dieser Hühner von jeder einzelnen Eierverpackung aus an und macht einen zufriedenen Eindruck. Auf meinen Eiern steht auch die Nummer Null für Biohaltung. In einer meiner verzweifeltsten Diätzeiten, ich weiss es noch genau, es war einst nach Weihnachten, nach der Schokokekse Zeit, da überlegte ich mir glatt, ob ich nicht in Zukunft den Salat ohne Dressing essen sollte, denn vermutlich ist es das Dressing, das für mein Fett an den Hüften verantwortlich ist. Raten Sie einmal, wie praktisch jetzt meine Salatzubereitung verläuft. Ich wasche den grünen Salat, schneide Tomaten, Zwiebel, Gurken und Paprika dazu, nehme eine Gabel und esse das Gemüse im rohen, naturbelassenen Zustand. Nie wieder entdeckte ich Dressingflecken auf meinem schicken Hosenanzug. Praktisch, was! Und damit ich es meiner Freundin recht mache, nage ich zwischendurch wie ein Hase am riesengrossen Salatblatt. Tierisch gut! Lieber Besucher, wenn Sie sich gesund ernähren, müssen Sie nicht unbedingt auf Ihre gewohnten Speisen verzichten. Selbst Putenfleisch, Eier und Reis können Sie konsumieren, solange Sie sich nicht einseitig mit fettem Fastfood oder deftiger Hausmannskost prall stopfen. Gesund zu essen heisst: Ausgewogen und vielseitig zu essen, sich mit allem, was die Natur uns bietet, zu ernähren. Bösewichte sind nur die Dönerbuden, die Fastfood Läden und die schmächtigen Pizzaecken, die an jeder runden Ecke angeboten werden, damit wir aus eventuell gesunden Körperecken satte Rundungen zaubern, um uns eines Tages mit Diabetes zu beschäftigen. Oje, man gönnt sich ja sonst nichts. Immer wenn ich versehentlich meinem Augenarzt begegne, frage ich ihn, wie es ihm geht. Er meint, er hat ja seinen Garten. Ob er dort etwa seine Leichen vergräbt, damit die Tomatenstöcke besser gedeihen? Ja, ich gebe es zu, wenn ich mein absolutes Lästersubjekt gefunden habe, dann ist es er, denn er bietet einfach mehr als genug Lästerstoff für meine sündhaft böse, verbal spitz zulaufende Zunge.
Aber sind es nicht immer die lieben Menschen, die den bösen Leuten jede Menge an Lästerstoff bieten? Wahrlich, ich gelobe mich zu bessern, eines fernen Tages, ich übe noch. Neulich kaufte ich mir den Bestseller von Ferdinand von Schirach, in dem er seine spektakulärsten Mordfälle beschrieb. Da drin hatte ein Arzt seine Frau aus dem Leben scheiden lassen, in dem er sie in kleinen Stücken im Keller aufbereitete. Manche Leute lassen sich scheiden, andere erledigen den lästigen Scheidungskrieg, indem sie ihn einfach umgehen. Der Arzt im Buch kümmerte sich übrigens rührend um seinen Garten und fand darin sein Lebenserhaltungselixier. Ich wusste es schon immer, der Mörder ist nicht immer der Gärtner, aber es ist immer der Gärtner, der das Leben im Garten zum Leben erweckt. Ich hatte mich ja schon des öfteren als mein eigener Gärtner betätigt. Ich kann das, denn mit meinem schweinchenrosa Daumen, aus dessen Nagelbett sich ein meist elendslanger, schön glatt gefeilter Fingernagel empor erstreckt, genau mit diesem Daumen habe ich die Oberliga der Gartenpflege knapp verfehlt. Muss man denn immer einen grünen Daumen haben, um seinem Garten ein Lebenszeichen einzuhauchen? Da ich nun einmal nicht von Natur aus mit diesem ominösen grünen Daumen ausgestattet wurde, kaufte ich mir ein Gartenbuch, um an Hand der Lehren dieses 392 Seiten starken Büchleins meinen Daumen einzufärben. Bioerde, las ich in meinem Gartenbuch, soll richtig gesundes Leben in den Garten bringen. Wenn Sie gesundes Biogemüse im eigenen Garten anbauen, versuchen Sie es doch einmal mit Bioerde. Meine Tomaten wucherten dadurch ganz ohne dass ich zuerst eine Leiche unter den Tomatenstöcken vergraben musste. Ob ich meinem Augenarzt auch sagen sollte, dass er in Zukunft seine Leichen lieber im Keller lassen soll? Lieber nicht, denn wir reden nur noch sehr sparsam bis gar nicht mehr miteinander. Ich will ja nicht versehentlich seine Leiche werden, ... zuvor müsste ich glatt seine Frau sein ... welch eine Horrorvorstellung, obwohl, in dieser Ehe könnte ich mich ungeniert als Geliebte austoben, vielleicht meinen Liebhaber, den Eifelturm, besuchen, denn ein Arzt hat selten bis nie Zeit für Zweisamkeit, aber dafür viel Geld am Konto, welches er aus Zeitgründen nicht selbst ausgeben kann. Hier würde ich selbstlos einspringen und sein Geld wirtschaftlich sinnvoll einsetzen, indem ich es für mich und meinen ausschweifenden Lebensstil ausgebe. Ich könnte mir den Mirabell-Garten in Salzburg kaufen, um dort mein Gemüse anzubauen, denn ein Schrebergarten wäre doch zu einfach für meine sinnlich angesiedelten Gedanken der freien Liebe in der freien Natur. Bei diesem Gedanken fällt mir glatt ein, dass man in seinem Garten nicht nur Gemüse anbauen und den Obstbäumen beim Wachsen zuschauen kann, sondern auch die Liebesgöttin auf ein Schäferstündchen einladen sollte. Wenn Sie die Bioerde im fruchtbaren Boden versenkt haben, pflanzen Sie in Ihrem feinen Gemüsegarten Ihre Karotten mit langer Stielnase, die schamloserrötenden Radieschen, Ihre Gurke, welche Sie bitte niemals entfremden sollten, oder den Hasensalat an. Jedes Jahr sollten Sie Ihren Gemüsegarten etwas umgestalten, denn wo im Vorjahr die Radieschen aus der Bioerde sprossen, da sollten Sie im Jahr darauf vielleicht die Karotten züchten. So werden dem Boden nicht jedes Jahr die gleichen Nährstoffe entzogen. Beeilen Sie sich, denn im nächsten Sommer komme ich zu Ihnen, um mein Gemüse zu ernten. Mein Daumen ist noch nicht grün genug für den Anbau von eigenem Gemüse. Wie gesund sind Sie eigentlich? Die meisten Menschen fühlen sich gesund. Und wenn ich dann mit verschiedenen, wahrlich übergesunden Menschen ins vertiefte Gespräch gerate, komme ich meistens zur Erkenntnis, dass wir alle unsere speziellen Wehwehchen besitzen.
Neulich unterhielt ich mich wieder einmal mit einer Frau, einer wirklich gesunden Frau über Nahrungsergänzung. Sie tut viel für ihre Gesundheit, lutscht im Winter lieber Fruchtbonbons mit natürlichen Vitaminen drin, als das Obst und Gemüse aus dem Discounter zu kaufen. Kaufen kann man es ja, nur essen muss man es nicht unbedingt, denn es enthält nur noch wenige Vitamine, dafür aber reichlich an Giftstoffen aus den Düngemitteln. Gut, ich muss ja nicht dieselbe Meinung vertreten, wie diese Frau und zahlreiche Verfechter von Nahrungsergänzungen. Ich bin der Meinung, irgend etwas muss man ja essen, und bis jetzt hat mir noch kein noch so naturbewusstes Labor glaubhaft plastisch zeigen können, dass das Obst und Gemüse aus der frischen Natur chemisch im Reagenzglas nachgebaut werden kann. Sicher, einige Hersteller von Nahrungsergänzungen sind nahe dran an den natürlichen Prozessen des biologischen Gemüseanbaus, jedoch die sekundären Pflanzenstoffe fehlen immer noch. Übrigens erzählte mir die Frau, sie entgiftet sich jetzt, damit ihr Körper frei von energetisch negativen Elementen ist. Ja, die stecken doch nicht etwa in den Fruchtbonbons? Sie erzählte mir auch, dass sie Schüssler Salze nimmt, da ihre Haut unter ihrem permanenten Stress leidet. Als sie mir dann noch sagte, dass sie einige Lebensmittel Allergien hätte und deshalb regelmässige Kuren mit Bachblüten macht, konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass die kleinen Fruchtbonbons der Auslöser dafür sein konnten. Ich sollte der guten Frau vielleicht einmal meinen frisch gepressten Wellnessdrink mit dem Orangenaroma aus dem Discounter anbieten. Lieber Besucher, wenn man sich die Menschen genauer ansieht, bröckelt meistens die blühende Fassade des ersten Eindrucks. Mit noch so viel Nahrungsergänzung kann man sich auch auf Dauer nicht gesund machen, wenn man dabei das natürlich wachsende Leben vernachlässigt. Der Manager stellt sich in die nächste Dönerbude und verzehrt sein Mittagessen im Stehen. Danach wirft er sich zusammen mit seinem Mineralwasser ein paar Nahrungsergänzungstabletten ein. Wahrlich, der Mensch hat es verstanden, er lebt gesund. Bitte ahmen Sie das Beispiel des Managers nicht nach, denn Gesundheit sieht anders aus. Viele Leute sagen, sie haben keine Zeit zum Gemüse schnipseln, sie müssen sich aus der Tablettendose ernähren. Ich sage, Sie haben immer eine Wahl. Beobachten Sie sich einmal bewusst beim geregelten Tagesablauf, ziehen Sie die Zeiten, in denen Sie erschöpft vor dem Fernseher liegen, ab, und dann fangen Sie an, gesund zu leben. Kurt Tepperwein hat die sieben Säulen der Gesundheit entworfen. Wenn Sie sich dieses Werk einmal zu Herzen nehmen, beginnen Sie endlich, die Natur in Ihr Leben zu integrieren. Gesunde, natürliche Ernährung, die draussen wächst, genügend Schlaf, Entspannung, genügend Bewegung und Sport, Erfolg und Zufriedenheit im Beruf, eine glückliche Partnerschaft, positive Gedanken und der Glaube an sich selbst, dies alles gehört zu einem gesunden Leben dazu. Neulich habe ich mir einmal Gedanken über den technischen Fortschritt in der Medizin gemacht. Ich traf eine Frau mit einer neu transplantierten Lunge. Sie sagte, in den ersten fünf Jahren war es sehr hart für sie, denn die Lunge musste sich erst an ihr neues Zuhause gewöhnen. Jetzt raucht sie wieder, denn sie liebt den Qualm. Bitte, für ihre niegelnagelneue Lunge starb einst ein Mensch.
Wieso setzt sie diese Lunge erneut aufs Spiel? Die Frau meinte jedoch, heute kann man so viele Organe transplantieren, dass man sich über seine Gesundheit keine grossartigen Gedanken zu machen bräuchte. Manchmal vergessen wir vor lauter technischem Fortschritt, dass die transplantierten Organe vorher in einem anderen Menschen lebten. Wie viel medizinischer Fortschritt ist eigentlich gut? Ich weiss mit Sicherheit, dass die Medizin eine gute Sache ist, denn ich setze mich mit Händen und Füssen, mit meiner gesamten Seele für die Augenforschung ein, aber jeder Fortschritt kann auch in falsche Hände gelangen. So züchtet man sich womöglich eines Tages seine genetisch einwandfreien Wunschkinder, so lange, bis es keine Menschen mehr mit Handycap gibt und wir verlernen, unsere soziale Ader zu sensibilisieren. Lebt eigentlich das Schaf Dolly noch unter uns, oder ist es schon ins Reagenzglas ausgewandert? Was machen wir mit der Altenpflege in der Medizin? Unsere Körper lassen sich ja bereits bis zur schwachen Unerkenntlichkeit konservieren, wenn wir in einem Pflegebett auf den Tod warten. Aber wie können wir bis zum Tod in einem gesunden, vitalen Zustand leben, ohne dass wir so ein Pflegebett belagern müssen? Hier hat die Medizin noch viel Arbeit vor sich. Übrigens kann man jetzt Alzheimer an der Nasenschleimhaut erkennen, damit man gleich vorsorgen kann und nicht versehentlich eines Tages seine eigene Frau nicht mehr erkennt. Gut, nach der Hochzeit erkennen manche Paare den Ehepartner auch nicht mehr wieder, aber dies ist meines Glaubens nach kein medizinisch lösbares Problem. Wenn die Medizin einen Menschen austherapiert hat, was wahrlich selten der Fall ist, entscheiden sich verzweifelte Menschen für die sanften Therapien der Naturheilkunde. Manchmal hilft die Alternativmedizin, manchmal eben nicht. Lieber Besucher, an dieser Stelle möchte ich Sie dazu auffordern, im Krankheitsfall niemals alleine auf die Naturheilkunde zu setzen, denn das kann tödlich enden.
Einer meiner Bekannten erzählte mir neulich von einem spannenden Heilseminar. Der Guru heilte in diesem Seminar einen schwerst Krebskranken. Leider, verstarb der Krebskranke einige Monate nach der natürlichen Wunderheilung. Schade! Nehmen Sie sich bitte auch in Acht vor religiösen Predigern, welche alleine auf die Gebetsheilung spezialisiert sind. Sie lassen hier Ihr Geld bei Scharlatanen liegen. Sie können noch so hypnotisiert werden, die Krankheit wird nicht automatisch durch das natürliche Gebet und den Glauben alleine von Ihnen abfallen. Ein Gebetsheiler predigte in einem gemieteten Saal, dass die Krebsleiden von den gläubigen Menschen abfallen werden. Mir diagnostizierte er bald zwei gesunde Augen, da sich durch meinen reinen Glauben meine Augen wieder bereinigen würden. Welch ein Wunder! Ich zweifle allerdings noch ein wenig daran, dass ich so erlesen bin, dass ich durch meine zwei Glasaugen wieder sehen werde, es sei denn, der Fortschritt in der Augenforschung wirkt Wunder. Lieber Besucher, die Naturheilkunde ist eine hervorragende Ergänzung zur Schulmedizin, denn das natürliche Leben umgibt uns mit Leben. Prüfen Sie also Ihren Heilpraktiker und sehen Sie sich Ihren Guru genau an. Überlassen Sie aber niemals Ihren wertvollen Körper einem Menschen, der Ihnen Heilversprechungen auf die sensible, nach dem letzten Strohhalm greifende Seele drückt. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen, welche sich in Bewegung befinden, bessere Gehirnleistungen vollbringen. Wenn Sie sich auf den Hometrainer setzen, lernen Sie dabei leichter etwas auswendig, denn Sie verknüpfen in diesem bewegten Zustand mehrere Gehirnströme miteinander. Immer wenn ich meine Fettkissen auf dem Heimtrainer von mir abstrample, sehe ich nebenbei fern.
Und immer wenn ich fernsehen möchte und dabei sitzen will, muss ich mich am Strampelrad zur Ruhe setzen, denn das steht unmittelbar als Sofaersatz vor dem Fernseher. Erstaunlich, wenn ich radle, merke ich mir die Nachrichten, Dokus und Reportagen, die ich mir ansehe, besser. Wahrlich, mein Gehirn kommt in Wallung. Ist denn nun Morgensport oder Abendsport besser für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden? Ich habe beides bereits ausprobiert und die Vor- und Nachteile ausgekostet. Als ich morgens mein Sportprogramm vollzog, stand ich bereits um 5:00 Uhr nachts auf und erschien mit erschreckender Regelmässigkeit zu spät bei mir im Büro. Ich als meine eigene Chefin hatte mich zweimal schriftlich ermahnt und mich danach gekündigt. Als ich die Folgen meines Morgensports am eigenen Körper mitbekam, verabredete ich mich mit meinem Luxusbody zum täglichen Abendsport und stellte mich in meiner eigenen Firma wieder als zuverlässige Mitarbeiterin ein. Abends ist mein gesamter Kreislauf aufnahmefähiger, obwohl ich am Abend ständig müder als jeder Haushund bin. Ich komme morgens jetzt nur noch jeden zweiten Tag zu spät und toleriere meine eigenwilligen Gleitzeiten im Büro. Ja, ich sehe ein, ich bin der typische Abendsportler. Lieber Besucher, auch Sie besitzen Ihren ganz persönlichen Kreislauf. Manche Leute müssen erst um zehn Uhr vormittags ins Büro. Die könnten früh morgens glatt als Tagwache im Fitnessstudio ihren Sonderdienst antreten. Die absoluten Morgenmuffel finden jedoch schon die totale Power darin, sich vom Bett bis zur Kaffeemaschine zu bewegen. Übrigens können Sie auch morgens mit kleinen Bewegungen Ihren müden, vom Schlaf mitgenommenen Kreislauf in Schwung bringen. Sie dehnen Ihren Körper einfach in alle Himmelsrichtungen. Schauen Sie zu diesem Zweck ruhig einmal Ihrer Katze über die Schulter, denn die beherrscht das Handwerk des vier Pfoten Laufes auf dem ausgestreckten Sofa hervorragend. Wenn ich im Internet über die verschiedenen Wellnessangebote stolpere, dann falle ich manchmal tief in den Quecksilbertopf, denn ich greife unbewusst oft daneben. Wenn sich mein Ego alleine auf die Socken macht, um Wellness zu geniessen, dann konsumiere ich Wellnessangebote, die gut klingen und auf den Bildern noch besser aussehen. Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, wie ich die Bilder sehen kann, sonst muss ich Sie wieder enttäuschen und Ihnen erzählen, dass ich mit geschlossenen Augen jede noch so kleine weisse Maus bis ins Mauseloch hinein verfolgen kann.
Auf jeden Fall bin ich neulich der entspannenden Hyaluronsäure begegnet, ein wahres Wundermittel der Natur, welches als Nahrungsergänzung seine volle Power überall dort im Körper verbreitet, wo er es bitter nötig hat. Sie schlüpft sozusagen leise auf sanften Katzenpfoten in alle Zellen des Körpers, die unterversorgt, womit auch immer, sind. Die Frau auf dem Vorher-Foto sah aus wie ich, wenn ich eine durchzechte Xing Kommentar Nacht im Büro hinter mir habe, oder nächtelang über meinen neuen Server staune. Die Frau auf dem Nachher-Foto sah aus, wie wenn ich mich für eine Ganzkörper-Schönheitsoperation entscheiden würde. Haben die etwa zwei verschiedene Frauen fotografiert? Ich probierte die Hyaluronsäure von verschiedenen Firmen aus, denn man will ja nicht ergebnislos vorschnell aufgeben. Und wie gingen meine Erfahrungen zu Ende? Ergebnislos, denn es veränderte sich nicht viel bei mir. Ich erfuhr, dass ich mich zusätzlich noch gesund ernähren müsste und dazu einige andere Präparate aus dem Nahrungsergänzungssortiment einnehmen sollte, um den Effekt dieses dahinplätschernden Jungbrunnens zu erzielen. Ich ernährte mich wieder wie üblich mit meinem gewohnten Essen und schnipselte rohes Gemüse. Die Tomaten aus meinem Garten sind übrigens nicht so gross, denn ich habe dort noch keine Leichen begraben, nur falls es Sie interessiert. Ich verzichtete auf die Nahrungsergänzung mit Hyaluronsäure und erzielte einen erstaunlichen Effekt. Nach durchzechten Nächten sah ich nicht so schlimm aus, wie die Frau auf dem Vorher-Bild, und nach einer ausgeschlafenen Nacht im eigenen Bett sah ich fast so glatt und schön aus, wie die Frau auf dem Nachher-Foto. Hyaluronsäure kann unterstützend wirken, wenn man sie dosiert einnimmt, aber meistens sind die Dosen zu gering, um den Körper rundum zu versorgen, und aus diesem Grund ist sie einfach nur ein angenehmer Zusatzfaktor in der Schönheitsindustrie. Ich habe jedoch neulich auch wunderbare Wellnessangebote entdeckt, die Sinn machen. Beispielsweise kreuzte ein verführerischer Wellnessurlaub den Weg meiner sensiblen Seele. Ich entdeckte einen Massagestab, mit dem man sich auch in exotisch harmonischer Zweisamkeit massieren kann, wenn beide Seelen nackt das Ego des Partners begutachten. Und ich entdeckte eine Dusche mit farbigem Wasser. Wellness kann so schön sein, im eigenen Bett, in fremden Betten, mit und ohne Magnetdecke, mit und ohne Massageöl, niemals in fremden Betten unten ohne, und nie ohne meine Schüssler Salze für die natürliche Potenzsteigerung. Ich bin eine wellnessbewusste Frau und nehme meine Salze ausschliesslich für die Schönheitssteigerung meines Luxuskörpers, aber im Leben einer Frau tummeln sich bestimmt auch Männer, im eigenen Bett, in fremden Betten, womöglich auch im Garten und zwischendurch beim Sport. Wahrlich, Wellness begegnet uns überall. |