Machen Sie Urlaub mit unserem Reise Ratgeber Wohin verreisen Sie eigentlich dieses Jahr? Im Trend liegen ja eher die kurzen Wellnessurlaube, in denen man es sich gut gehen lässt und nicht ständig überprüft, ob nicht bereits der Gerichtsvollzieher in der Geldbörse wohnt. Ich mache übrigens gerne Wellnessurlaub, denn da weiss ich, dass ich schöner aus dem Urlaub wiederkehre als ich zu Reisebeginn aussah.
Reisen mit WellnessfaktorNeulich machte ich meinen heiss ersehnten Wellnessurlaub in Italien in einem vier Sterne Hotel, von dem ich zuvor nicht einmal wusste, dass das Hotel den Begriff Wellness überhaupt kannte. Überrascht war ich dann allerdings doppelt positiv, denn in unserem Hotelzimmer, welches satte 40 qm umschloss, stand sogar ein Whirlpool im Bad. Das Erstaunliche am Whirlpool war jedoch nicht seine elegante Anwesenheit, sondern die Tatsache, dass er auch funktionierte. Mein Lebenspartner entschied sich nach reifer Überlegung, sein Nachtlager im Whirlpool aufzustellen, damit wir weniger Gelegenheiten zum gemeinschaftlichen Streiten haben. Wir machen nämlich Vieles und noch mehr zusammen, wobei ein Highlight unsere amüsanten Machtkämpfe sind. Nun, er entschied sich Gott sei Dank nach einer Stunde Ausdauersport im Whirlpool dafür, die Nacht im Bett zu verbringen. Welch ein Glück für mich, denn ich musste mir dringend die Haare waschen. Sie ahnen ja nicht, wie schnell Haare in den saugenden und ausströmenden Düsen eines Whirlpools spurlos verschwinden können, wenn man nicht aufpasst. Übrigens kam ich aus diesem Wellnessurlaub wahrlich wunderhübsch nach Hause. Die Oma meines Lebenspartners sagte: Gut schaust Du aus, Kind! Immer wenn sie diese Worte des Entzückens benutzt, muss ich mich in Acht nehmen, denn das bedeutet nichts Gutes. Es bedeutet, dass ich einige Brötchen zu viel gefrühstückt habe, zu tief in den Eisbecher geschaut und zu eifrig am dürren Strohhalm meiner kalorienreichen Longdrinks gezogen habe. Mein Gott, wenn das Kind zu dick wird, dann kann es 30 Jahre oder älter sein, das Kind muss abspecken. Unter meiner braun gebrannten Haut und dem Sonnenhut konnte ich zwar ein paar angesammelte Fettreste, welche sich in mir tummelten, verstecken, aber eine Dauerlösung war es keine, denn spätestens im Winter hätte ich für mein blass gewordenes rundes Gesicht eine Mütze für runde Köpfe gebraucht. Macht Urlaub dick?Lieber Besucher, kennen Sie dieses Phänomen auch? Sie packen Ihre Lieblingsklamotten in den Koffer, kommen am Urlaubsort an, und nach einer Woche können Sie schon wieder zum Shopping laufen, da Sie Klamotten benötigen, welche Ihre Figur sanft umschmeicheln anstatt zu quetschen. Ich gehe grundsätzlich in jedem meiner Urlaube zum Shopping, schon deshalb, weil ich woanders Dinge entdecke, nach denen ich zu Hause ewig suche, und zweitens, da ich im Urlaub jedes Mal auf mysteriöse Weise dicker werde. Ich glaube, zu Hause trinke ich einfach einen schlankeren Kaffee, denn anders kann ich mir meine reisebedingte Gewichtszunahme nicht erklären. Meine Mutter sagt immer: Kind, iss was Anständiges, damit Du gross und stark wirst! Wahrlich, sie ist eine kluge Frau, wenn ich daran denke, wie schwierig es für mich ist, den Urlaubsspeck auf meinem Hometrainer wieder abzustrampeln. Reisen ins UniversumEin richtig neuer Urlaubstrend sind übrigens die Ausflüge ins All. Sie haben dabei den Vorteil, dass Sie nicht sonderlich an Gewicht zunehmen, und auch nachher bleiben Sie schlank, denn es wird Ihnen voraussichtlich das Geld für leckere Lebensmittel fehlen. So eine Reise ins All ist teuer, und wenn es die Flugtickets in der Raumkapsel zum Pauschalpreis gibt, sage ich Ihnen Bescheid. Bis dahin machen wir Wellnessurlaub, Strandurlaub, im Winter ein wenig Schiurlaub, damit die Pelzmäntel in St. Moritz keine Ladenhüter werden, und wenn wir wieder nach Hause kommen, sind wir pleite aber glücklich. Dann setzen wir uns zusammen auf Balkonien ab und zeigen dem neidischen Nachbarn unsere Urlaubsfotos.
Der Gast ist König. Sind Sie zufällig in der Gastronomie tätig? Dann werden Sie im Laufe Ihres hart erschufteten, mit Rückenschmerzen kaum zu ertragenden Berufsleben auf so manch majestätisch angehauchten König gestossen sein. Es soll ja mittlerweile sogar Könige geben, welche im Eifer des bestellten Extratellers mit dem Kellner zusammengestossen sind.
Die Gastronomie ist wie die Königin unter den fleissigen Honigbienen. Man bekommt zwar reichlich Trinkgeld, muss sich dafür als Kellner aber auch reichlich viele Unverschämtheiten gefallen lassen. Es ist eben nicht jeder Gast so freundlich und liebevoll wie ich. Neulich bestellte ich mir Fisch und liess ihn mir zerlegen. Ich erwartete einen in kleine, mundgerechte Häppchen zerlegten und sanft geschnittenen Fisch. Auf meinem Teller aalte sich jedoch ein nahezu naturbelassener, fast unberührter Fisch in der Sonne des Kerzenleuchters, welcher den Fisch von der Zimmerdecke herab bräunte, na gut, anstrahlte. Ich dachte mir, es wäre ein Versehen und bestellte einen zweiten Fisch, diesmal mit Nachdruck. Der zweite Wasserbewohner kam ganz nach meinen Vorstellungen serviert an, wobei ich mir bis jetzt nicht sicher bin, ob nicht der Gast am Nachbartisch meinen ersten Fisch bekommen hatte. Ich bin wahrlich ein höflicher und vor allem anspruchsloser Gast. Einst liess ich in meinem Lieblingshotel das Frühstück, welches ich immer aufs Zimmer bestelle, zweimal zurückgehen, da es einfach nicht meines war. Ich bekam Spiegelei anstatt meinem heissgeliebten Rührei. Sehen Sie, und deshalb bin ich mir mit der Sache wegen des Fisches nicht sicher, ob nicht manchmal die Umwelt geschont wird und der nächste Gast den Teller des pingeligen Königs bekommt, wenn der König die Speisen zurückgehen lässt. Wahrlich, der Service muss stimmen. Sind Sie im Sommer auch des öfteren in der Innenstadt unterwegs? Als ich im letzten Sommer pünktlich zu Urlaubsbeginn zum Shopping wollte, hatten tausend andere Leute just in diesem Moment die gleiche Idee. Es regnete nämlich, und so teilte ich mir die Geschäfte und Boutiquen mit zahlreichen neugierigen Kunden, die einfach nur zum Schauen gekommen waren. Nur mal schauen, ein Eis essen, ein wenig flanieren, das will der allgemeine Tourist, wenn er sich im Sommer in der überfüllten Innenstadt bewegt.
Komisch, immer wenn ich mich gemütlich in eine Eisdiele setzen möchte, muss ich auf meinen ungestörten Dielenplatz warten, weil da sitzt schon einer und schleckt sein Eis. Genau genommen ist es ja mein Eis, denn er sitzt in meiner Diele. Frechheit! Und trotzdem liebe ich das Massenvolk im Sommer, denn ich lerne aus den Leuten die neuesten Klamottentrends zu lieben, auch wenn mancher damit aussieht, wie der letzte Hilfeschrei. Ich erfahre wahres Selbstbewusstsein, wenn jemand mit Elefantenbeinen richtig gestärkt in seinen Leggings steht, oder einige Männer in kurzen Hosen, Hawaiihemden und Strohhüten durch die engen Gassen spazieren. Das nenne ich Selbstbewusstsein. Übrigens bin ich die kleine Frau, welche gross im modischen pinken Kostüm in der Eisdiele sitzt und die vorbeischlendernden Leute begutachtet. Ich besitze die Kostümchen auch in grellgelb, in orange, in türkis und bald auch in grasgrün, nur falls Sie jemanden suchen, der sich kleidet wie der letzte Schrei eines Verzweifelten, welcher vor dem leeren Kleiderschrank steht und heult, weil es leider nur diese Kostüme zur Auswahl gibt. Übrigens tummeln sich Touristen überall dort, wo ich im Sommer auch bin, im Schwimmbad, am See, auf den Open Air Konzerten, und bei Regen unter einem wasserdichten Dach. Ich glaube zu erkennen, dass ich ein Tourist bin. Mittlerweile habe ich jedoch Plätze entdeckt, an denen ich alleine mit mir bin, fernab vom neugierigen, sich weiterbilden wollenden, eisessenden Tourismus. Ich war neulich der einzige Tourist auf meiner neu entdeckten Waldlichtung, der einzige Tourist auf meiner menschenarmen Bergwiese und auch der einzigste Tourist in meinem Wintergarten. Liebe Besucher, es werden immer zwei Reisetrends nebeneinander existieren, der Massentourismus, der für sein verwässertes Eis mehr Geld bezahlt als der Individualtourist, der unter sich bleiben möchte und qualitativ hochwertiges Eis zu kleineren Preisen schleckt. Bitte, als ich neulich in Florenz war, suchte ich vergebens ein ruhiges Plätzchen, und selbst in Pisa teilte ich mir den schiefen Turm mit acht anderen Reisegruppen, welche ihn erklimmen wollten. Es gibt Orte auf der Welt, da ist man als Tourist selbst nachts nicht alleine, und wenn man es einsam und still haben möchte, dann geht man eben einfach aufs Klo. Bevor ich es vergesse, das Sightseeing ist ein begehrtes Phänomen des Tourismus. Selbst ich als geborener Einsiedler habe mich bereits intensiv davon überzeugt, dass die Wachsfiguren in Madame Tussauds in London nicht wirklich am Leben sind. Sie tun nur so als ob. Übrigens können Sie sich auch im Hochsommer auf einen der begehrten Strände auf Gran Canaria, Ibiza oder auf Mallorca legen. El Arenal und Playa del Ingles machen jährlich das Rennen um den letzten freien Quadratmeter am Strand. Als ich mich das letzte Mal an einem spanischen Strand sonnte, überrollte mich glatt die Flut. Das kam mir direkt spanisch vor. Als mir jedoch ein hilfsbereiter Mann selbstlos aus der zweiten Strandliegereihe dabei half, mein nasses Handtuch zu trocknen und mir dabei tief in die Brüste, ich meinte natürlich in die Augen sah, war mein Urlaub gerettet. Immer wenn ich gebräunt aus dem Urlaub zurückkomme, sehe ich attraktiver aus, als wenn ich drei Wochen am Stück im Büro gesessen und Unsinn geschrieben habe. Wie ist das bloss möglich? Ich arbeite doch unter dem hellen Sonnenschein meiner Tageslichtlampe, die mich mit ihrem künstlich erzeugten, aus dem Lichtschalter fliessenden, biologischen Licht verwöhnt.
Früher gönnte ich mir zweimal das Vergnügen eines FKK Urlaubs in Istrien. Kennen Sie den Campingplatz Koversada? Bitte erschrecken Sie nicht, denn die Leute dort haben nichts zum Anziehen, so arm sind diese Camper. Dafür besitzen die meisten von ihnen derart elegant aussehende Wohnmobile, dass man in die Verlegenheit kommt, der Neid könnte einen vor Neid fressen. Irgendwo muss ja das Geld für die fehlenden Klamotten geparkt sein. Jetzt war ich mitten unter den FKK Fans und wollte mein Bikinihöschen nicht ausziehen. Wenigstens beim Essen wollte ich ein wenig Ästhetik an mir fühlen, und da mir mein Badetuch nicht ästhetisch genug war, behielt ich mein Höschen an. Fertig essen durfte ich nur, als ich mich nackt in mein Badetuch wickelte, denn die Strandaufsicht verscheuchte jeden gut gekleideten Spanner aus dem FKK Bereich. Lieber Besucher, selbst aus diesem Erlebnisurlaub kam ich braun gebrannt nach Hause, nahtlos braun. Ob ich jemals wieder FKK Urlaub mache, weiss ich nicht, denn meine Welt sieht ein wenig bekleideter aus. Wenn Sie jedoch Ruhe suchen, versuchen Sie es ruhig auf so einem Campingplatz, denn eines garantiere ich Ihnen, von der Seite angemacht oder charmant belästigt werden Sie dort nicht. Ich machte auch einst Winterurlaub auf einer spanischen Finca. Mitten im Dezember lag ich im Bikini unter einem Orangenbäumchen und zupfte bei Bedarf eine Orange vom Baum. Dies kann man im Liegen erledigen, denn die Orangen hängen da bis zum Boden an den Bäumen, sodass man sich symbolisch glatt verpflichtet fühlt, den Ästen beim Tragen des Gewichtes zu helfen. Spanien, besonders die Costa Blanca, ist im Winter noch warm genug, um sich zu sonnen. Übrigens isst man dort zu Silvester um Mitternacht Trauben, damit das Glück nicht so sparsam im Neuen Jahr auf einen zukommt. Ich erwischte elf Trauben und mein verflossener damaliger Streitpartner dreizehn Trauben. Ich hatte ihm zuvor noch gesagt, er sollte bloss eine Traube zu jedem Glockenschlag essen, aber er schwört heute noch, die Kirchturmuhr hätte dreizehn Mal geschlagen. Übrigens kann ich Ihnen bei der Gelegenheit das idyllische spanische Dörfchen Los Montesinos empfehlen, denn dort hängen die Orangen besonders tief. Lieber Besucher, Sie müssen die Welt nicht unbedingt einmal umrunden, um Urlaub zu machen. Ich habe festgestellt, dass auch hier zu Hause, in Deutschland, Österreich und Italien Urlaubsflair herrscht. Und wenn Sie es extravagant und gesund haben möchten, besuchen Sie den Alpöhi in der Schweiz. Wenn der zufällig einen Designeranzug trägt, fragen Sie ihm nach dem Passwort des Schweizer Nummernkontos, denn da lagert mein vermisstes Geld. |