Gut angezogen mit unseren Fashion Tipps Wie sind Sie eigentlich heute angezogen? Sie tragen doch etwas, oder? Wenn nicht, generieren Sie gerade einen neuen, umweltschonenden Modetrend, oder Sie stehen vor Ihrem vollen Kleiderschrank und können sich vor lauter Klamotten nicht entscheiden, was Sie heute anziehen.
Übrigens, der Trend der nackten körperbetonten Tatsachen wird Ihnen spätestens im Winter einen Riegel vor die üppige Holzhütte Ihrer geschmeidigen Oberweite schieben, wenn Sie eine Frau sind, denn die Damen frieren schnell. Achten Sie lieber darauf, dass Sie das Richtige am Leib tragen, denn die Umwelt schaut Ihnen zu, sobald Sie um die Ecke biegen, um beim Bäcker frische Brötchen zu holen. Der Rock darf nicht zu kurz und nicht zu lang sein. Hier fängt die Mäusefalle bereits an, ihre ersten Opfer in sich zu vergraben, denn wann bitte ist der Rock zu lang und wann zu kurz? Ich verstehe es, wenn man einen breiteren Gürtel als Minirock verwendet, da man im Schrank gerade vor den Gürteln steht und es wieder einmal schnell gehen muss mit den Klamotten. Bei kleinen Frauen muss der Rock allerdings kurz genug sein, damit die Elfenbeine oder gar die kurzen Elefantenbeine unter dem Rock noch die Chance erhalten, ins Blickfeld zu gelangen. Bei einer grossen Frau sieht so ein kurzes Röckchen übrigens wie ein halbfertig gestrickter Teppich aus, der nur den halben Raum bedeckt. Schauen Sie sich einmal genau im Spiegel an und stehen Sie zu dem Modetyp, der Ihnen aus dem Spiegelbild entgegenkommt. Männer haben diese Probleme nicht. Sie ziehen ausser einem trendigen Schottenrock keine weiteren weiblichen Blickfänger an. Ein Anzug samt Hemd und Krawatte hängt immer irgendwo griffbereit im männlichen Kleiderschrank. Und doch sieht die maskuline Bekleidung nicht so einfach aus, wenn man einen tieferen Einblick in die einfach strukturierte Seele des Mannes wagt. Der Anzug sollte bitte passend geschnitten sein, besonders wenn sich der Mann einen Bauch gezüchtet hat, dem er einen Namen gegeben hat. Nennen wir ihn Walter, den Rundbauch, der sich meist majestätisch und überaus präsent über die Anzugshose wölbt. Auch Männer sind einfach nur Menschen, die in ihrer sachlich kompakten Seelenlandschaft weibliche Zickenkriege mit ihrem Aussehen führen. Liebe Besucher, Sie sehen schon, Fashion besteht nicht nur aus griffbereiten Stoffstücken, die man sich an den Leib heftet. Fashion entsteht im Kopf, in den kreativen rechten Gehirnhälften der Modedesigner, die sich für uns Normalverbraucher in regelmässigen, saisonbedingten Abständen neue Ideen einfallen lassen, damit es uns vor dem Kleiderschrank nie langweilig wird. Liebe Besucher, wenn Sie einige grundlegende Aspekte Ihres eigenen Körpers und somit Ihrer Persönlichkeit beachten, haben Sie nur noch tolle Outfits im Schrank. Achten Sie auf Ihre Haarfarbe. Dunkle Haare lassen sich gut mit hellen und weissen Farben kombinieren, helle Haare vertragen rot und schwarz, braune Haare lieben Goldtöne zwischendurch und sanfte Erdtöne, schmutziges Dunkelweiss und Cremefarben. Auch das schmutzige Weiss wird übrigens regelmässig in der Waschmaschine mit genügend Wasser und Waschmittel durchgeschüttelt, denn schmutzige Farben sind noch lange nicht dreckig. Achten Sie auf Ihre Grösse. Kleine Menschen sollten keine Querstreifen tragen, denn darin sieht man nicht nur aus wie ein Sträfling, darin fühlt man sich bestraft genug. Grosse Menschen sollten keine zu knappen Hosenbeine in der Länge tragen, denn wenn der Knöchel zum Vorschein kommt, glaubt man versehentlich, eine Maus hätte am Hosenbein genagt. Dicke Menschen sollten eher einen V-Ausschnitt tragen, denn der runde Ausschnitt betont die Rundungen doppelt, so dass man darin aussieht, als hätte man wieder einmal mehr als das Doppelte gegessen. Sie bemerken es zurecht, kein Körper ist fehl am Platz, es ist immer nur die Mode, die unpassend sein kann, wenn man die Finger nicht vom allerneuesten Modeschrei lassen kann. Jeder Körper sieht im passenden Outfit bezaubernd aus. Machen Sie sich keine Sorgen, ziehen Sie einfach nur das Richtige an, dann können Sie Ihre nächste Abnehmkur langsam, in aller Seelenruhe angehen, sich quasi herantasten. Übrigens, grösser oder kleiner werden Sie ohnehin nicht, an sich arbeiten können Sie nur in der Breite.
Welcher Modetyp sind Sie? Gehen Sie eher leger und locker durch den Tag, oder darf es auch unter Umständen etwas Elegantes sein? Einst erzählte mir einer meiner Bekannten, er ging mit seinem kurzen Spielhöschen ins Büro. Gut, im Sommer kann man sich schon ein paar Modeflops leisten, wenn sich die Hitze im Gehirn ausbreitet und die tiefgekühlten Gehirnzellen erhitzt werden. Ein Computer arbeitet ja bei erwärmter Raumtemperatur auch nur auf Sparflamme. Was ziehen wir nun an, um nicht als Spielhöschen-Träger betitelt zu werden? Bitte, dem Anlass entsprechend könnte man sich im Büro für die klassische Businessbekleidung mit geschlossenen Schuhen und geschlossenem Hemdkragen entscheiden, auch wenn man sich darin durch den Sommer pusten muss. In der Freizeit darf es das verspielte kurze Höschen sein. Was trägt die Dame, wenn Sie mit ihren neuen Schuhen aus dem Haus trippelt? Natürlich trägt sie das neue Designerkostüm von Chanel, denn nur der Teufel trägt Prada. Übrigens sieht Frau nur im Chanel Kostümchen schick aus, wenn es die Farbe rosa hat, alles andere ist bloss ein verkanntes Pink. Ich habe in meinem Kleiderschrank auch so ein verklärtes pinkes Kostüm, welches geduldig am Kleiderbügel hängt und darauf wartet, bis ich mit ihm Gassi gehe. Im Frühling ziehe ich regelmässig mit ihm durch die engen Gassen der Trendläden in der Innenstadt und schaue mich im Schaufenster an. Gut, seit kurzem habe ich keine richtigen Augen mehr, seither ist das pinke Outfit in meinem Kopf zu jeder Jahreszeit gesellschaftsfähig. Was ziehen wir bloss an? Bei Frauen türmen sich in den Kleiderschränken die Klamotten, die Kleider hängen zu Berge, kleben wie Kletten aneinander, da sie sich aus Platzmangel nicht entfalten können, und trotzdem hat die Frau nichts anzuziehen. Ich kann mir diesen Zustand der textilen Verwahrlosung auch nicht erklären. Ich kaufe mir zu jedem neuen Anlass und Geschäftstreffen, zu jeder neuen Veranstaltung in meinem Leben ein neues Outfit. Ich könnte bei Zara im Schaufenster übernachten und hoffen, bald einen Mengenrabatt zu erhalten. Wahrlich, ich kann es mir nicht erklären, aber ich habe nichts anzuziehen. Demnächst stehe ich nackt bei Zara im Schaufenster und beschleunige das Verschenken von Almosen. Bitte, die Leggings sind noch immer da, denn diese Gummihosen kommen leider nie aus der Mode. Neulich sah ich eine dicke Frau mit einer weissen Leggings und einem schicken rosa Top über die Strasse laufen. So etwas Elegantes sieht man auch mit zwei Glasaugen. Meinem Einkaufsassistenten fiel sie jedenfalls sofort ins Auge. Bitte, eine mollige Frau sieht in edlen, figurgerechten Klamotten richtig weiblich aus, aber in Leggings wirkt sie wie ein lebendiger Braten, der ums nackte Überleben kämpft. Gut, übersehen konnte man sie in diesem Outfit nicht. Ich trage weder Leggings, noch quetsche ich meinen Kartoffelpo und meinen Spitzbauch in zu eng anliegende Jeggings. Ich trage brav die Bootcut-Hosen und strecke meine Beine optisch mit breiten Hosenröhren. Manchmal glaube ich fast selbst, ich würde lange Kleider tragen, wenn ich meine Hosen anhabe. Ich bin kein Leggings Typ. Jedoch habe ich mit den Leggings der neuen Generation Frieden geschlossen, denn sie haben sich weiterentwickelt. Die Jeggings besitzen Reissverschlüsse an den Knöcheln, sodass man beim Hineinschlüpfen keine Krampfadern mehr bekommt. Sie glitzern und schimmern, damit sie zu den neuen Ballerinas passen. Und ich laufe in zehn Jahren immer noch mit meinem pinken Kostümchen durch die Gegend und bin zeitlos elegant, auch wenn die Leggings schon längst wieder einen nostalgischen Retro Status erreicht haben. Haben Sie zufällig Probleme mit Ihrer Figur? Tragen Sie doch bitteschön ein Kleid. Haben Sie eine gute Figur? Kein Problem, tragen Sie ein Kleid, damit die Figur darin noch besser zur Wirkung kommt. Kleider haben den Vorteil, dass man mit ihnen kleine mollige Rundungen kaschieren kann, aber auch die schlanke Linie zur Geltung bringt. Ich muss dementsprechend Pech bei meinem neuen orange-schwarz gemusterten Kleid gehabt haben, denn es versteckt nichts, was ich nicht zeigen möchte, und es steht mir nur ausgezeichnet, wenn ich wieder einmal eine radikale Hungerkur hinter mir habe und ich von links nach rechts ins Spiegelbild passe, ohne dass ich mich vom Spiegel entfernen muss. Lieber Besucher, Sie sehen bereits, man muss sich für die richtigen Kleider entscheiden. Bitte, im Fasching kann man mit fast jedem Outfit auf einen Ball gehen, denn in der Ausnahmezeit darf es auch ein ausnahmslos geschmacksintensives, ja nahezu geschmackloses Outfit sein. Aber wehe, Sie gehen damit auf den Wiener Opernball, dann kommen Sie nicht durch die weit geöffneten Pforten der Wiener Staatsoper. Ballkleider sind zwar auch saisonbedingte Trendsetter, denn es gab bereits Jahre, in denen waren lange Blumenkleider in Mode, aber im Grunde sind Ballkleider zeitlose lange Wesen, welche mit ihrem zarten Wesen das Wesentliche und das Wesen darunter umschmeicheln. Das Dekollete ist das Wichtigste des Wesentlichen, denn es zeigt dem Mann, dass Frauen durchaus weibliche Züge besitzen, auch wenn sie zu Hause zischen und zicken wie entflohene Diven. Ballkleider in schwarz, rosa, rot oder blau, einfärbig schlicht, lang und feminin geschnitten, jawohl, die gehen immer, lassen sich über Jahre hinweg tragen, denn man kann sich ja nicht andauernd neue Kleider kaufen. Nicht jeder besitzt so einen grossen Kleiderschrank, dass er in ihm Walzer tanzen kann. Ich gebe es zu, ich bin nicht immer objektiv, wenn es um mein eigenes Outfit geht. Da können sich leicht drei verschiedene Gelbtöne auf meinem Luxuskörper tummeln, wenn ich mich ganz in gelb, ganz in Schale werfe. Da scheinen dann gleich drei Sonnen gleichzeitig auf meiner Haut. Bitte, drei verschiedene Gelbtöne können sich gegenseitig nicht leiden und harmonieren deshalb weniger miteinander. Ein Modeberater sieht solche Fehler auf den ersten Blick. Er sieht sich Ihren Kleiderschrank an, erkennt Ihren persönlichen Modestil und kombiniert Teile miteinander, welche gut zusammenpassen. Da haben Sie bereits beim Öffnen des Kleiderschranks ein optisch harmonisches Bild, welches die Augen schont, denn man möchte ja nicht täglich beim Öffnen des Schrankes einen Modeschock erleiden. Ich brauche unbedingt einen Modeberater, der mit mir einkaufen geht, denn ich kaufe sonst alles, was sich annähernd gut anfühlt. Es wird höchste Zeit, dass meine Glasaugen sehen lernen. Wozu habe ich die eigentlich? Bitte, was trägt der edle Herr von heute? Wenn mein Lebenspartner morgens in den Schrank schaut, steht er davor und hat nichts anzuziehen. Ich wusste es, ich bin mit einer Diva zusammen. Wenn der normale Mann, der Standardmann in den Kleiderschrank schaut, würdigt er die Klamotten mit keinem Blick, sondern greift nach einem Hemd und einer Hose. Männer können auch gezielt einkaufen gehen, während ich Schuhe suche, jedoch leider nur Schals, sozusagen Schuhe für den Hals finde. Ein Mann sucht ein weisses Hemd, findet eins und hat für die nächsten fünf Jahre genügend Kleidung im Schrank. Trotzdem sollten Männer auf kleine Details achten. Der Gürtel muss zu den Schuhen und zum Sakko passen. Die Krawatte muss zum Hemd und unter Umständen zum Anzug passen. Ein weisses Hemd passt in all seiner ausgedehnten Langweiligkeit zu jedem Anzug, notfalls auch zum sonnengelben Hosenanzug. Wenn die Geschäftsessen und Meetings nicht wären, müsste ich nicht mehrmals im Monat losziehen, um ein neues Kostüm oder einen neuen Hosenanzug zu kaufen. Im Winter habe ich es wenigstens bei den Füssen leichter, denn ich finde keine Stiefel, und so erledigt sich das Schuhproblem von alleine. Im Sommer finde ich zu viele Schuhe und kaufe deshalb auch kaum welche, weil die Auswahl zu gross und der Geldbeutel zu klein ist. Aber Klamotten kann ich nie genug haben. Im Business ist ein gewisser Dresscode wichtig. Mit Blumenmuster sollte man vorsichtig sein, zwei Farben reichen vollkommen aus, wenn man ein Sakko mit Blumenmuster trägt. Da muss der Rock oder die Hose einfärbig sein. Ich besitze ein Sakko mit Tierprint, also Hasenpfoten drauf. Als ich dies zu einem Geschäftsessen trug, konnte ich gleich jedem meiner drei Geschäftspartner Pfötchen geben. Was tragen Mann und Frau abends? Bitte keine Brauntöne nach 18:00 Uhr, denn die Abendgarderobe hat gewisse Vorschriften, an die sie sich halten muss. Schwarz sollte man nur bei gehobenen Veranstaltungen tragen. Übrigens ging ich einst zu einer Gartenparty in einem rosa Cocktailkleid und wurde andauernd mit einem frisch prickelnden Pinkie verwechselt, obwohl man mich nicht trinken kann, es sei denn, man lässt all seine unordentliche Phantasie gebündelt wie ein Heliumluftballon in die Luft gleiten. Ich rate Ihnen, sich zuerst den Anlass anzusehen, und danach können Sie sich in Ruhe das Kleid für den Abend aussuchen. Fragen Sie ruhig den Gastgeber, ob ein gewisser Dresscode nötig ist. Am sichersten fühlt man sich im dunklen Anzug oder im einfärbigen Kostümchen, notfalls auch im schlicht gehaltenen Abendkleid mit einem kurzen Blazer, der die Hüften umschmeichelt. Wenn Frauen Anzüge tragen, sieht das meistens ein wenig maskulin aus. Bitte, was macht den Hosenanzug derart männlich, sodass man eine Frau mit Kurzhaarschnitt von hinten versehentlich mit einem Mann verwechseln könnte? Zuerst ist es die Anzugsjacke, das Sakko, welches als Longblazer weit über die feminin zugeschliffenen, rundlich schimmernden Pobacken gleitet und den Hintern verdeckt. Besser macht sich hier ein kurzer, eng taillierter Blazer. Und dann sind es die Anzugshosen mit weitem oder geradem Schnitt, welche das weibliche Bein in einem Stoffsack verschwinden lässt. Besser wäre hier eine enge Stretchhose, eine Boot-Cut-Hose mit eng anliegendem Stoff an den Oberschenkeln und weit ausgestelltem Bein, welches dem Anzug Eleganz verleiht. Männer passen in fast jeden Hosenanzug hinein, da er maskuline und geschäftsintensive Ausstrahlung verleiht und dem Träger eine oberflächlich optische Sicherheit gibt. Im Anzug ist man immer gut gekleidet. Ich besitze in meiner nostalgischen Kleidersammlung einen gelben Anzug, welcher einem Postauto gleicht. Nach mehrmaligen Kelleraufenthalten hängt er jetzt wieder in meinem Kleiderschrank und baumelt vor sich hin. Mein Lebenspartner hatte ihn einst eingefärbt, ein wenig zu tief ins kücken-gelbe Farbtöpfchen geschaut, und ich trage ihn tapfer, da ich es nicht übers Herz bringe, ihn zu entsorgen. Wenn ich mich im Landhausstil kleide, verwechsle ich mich glatt mit Heidi, obwohl ich Elisabeth heisse, denn im Dirndl bin ich nicht ich selbst. Wenn ich dazu allerdings geflochtene Zöpfe tragen würde, wäre dies mit einer direkten Typveränderung gleichzusetzen und ich wüsste nicht mehr, ob ich überhaupt einen Namen besitze. Landhausmode muss also nicht zwingend für jeden Menschen das Richtige sein, um den Körper in ein elegantes Outfit zu stecken. Es kann jedoch eine Augenweide sein, wenn man zwei Urgesteine auf einem Volksfest beobachtet, er trägt die lässige Lederhose mit den obligatorischen Haferlschuhen, und sie wippt neben ihm im pinken Dirndl, wobei man anschaulich die Brüste im freizügig offenen Dekollete geniessen kann. Bitte, im knallig pinken Dirndl, oder auch im sonnig orangen, notfalls sogar im rosaroten Dirndlkleid, da drin wäre sogar ich gut aufgehoben, auch ohne Zöpfe, denn ich leuchte bereits mit meiner Oberweite wie ein Vulkan aus der Ferne. Gegen ein sexy Strickkleid habe ich nichts einzuwenden. Wenn ich meinen Sturkopf jedoch durch einen Rollkragenpullover gleiten lassen muss, hört bei mir die Freundschaft zur Strickmode auf, denn so ein enger Rollkragen schnürt mir den Hals zu. Sie werden jetzt lachen, ich besitze sogar einen, aber ich bin auch der unglückliche Eigentümer eines Korsetts und überlege mir täglich, ob es nicht bald eine andere Frau glücklich machen könnte, wenn ich es zur Altkleidersammlung gebe. Bitte, den Pullover behalte ich, denn ich fürchte, es kommen noch kalte Zeiten auf meinen Hals zu. Lieber Besucher, beim Rollkragenpullover und der trendigen Strickjacke hört die gestrickte Mode nicht auf, denn sogar gestrickte Unterwäsche findet Kunden, die sie tragen. Ich finde Strickdessous ausgefallen, warm und sexy, wenn sie nicht so kratzen würden. Natürlich sollten Sie bei gestrickter Wäsche auf feinste Wolle oder besser feines Garn achten, denn der Po möchte weich und zart wie ein Baby bleiben. Gehen Sie immer mit der Mode? Hängen bei Ihnen jedes Jahr die aktuellen Modetrends im Schrank und rufen um Hilfe, da sie nicht zu Ihrer Persönlichkeit passen? Als ich neulich mein hell bis dunkel grün leuchtendes Kostüm mit goldenen Knöpfen und Reissverschlüssen an den Unterarmen neben mein elegant zeitlos wirkendes weisses Kostüm im Schrank hängte, schrie das weisse Outfit um Hilfe, und das grasgrüne war beleidigt. Wenn ich jedes Jahr die aktuelle Mode trage, erkenne ich mich in manch ausgeflippten Jahren nicht wieder. Da steht dann eine andere Elisabeth vor dem Spiegel, aber in mir wohnen ohnehin unzählige Persönlichkeiten, die oft zu kurz kommen. In farbenprächtigen Jahren sehe ich aus wie ein bunter Papagei, welcher allen anderen alles nachplappert. Trotzdem kann man mit der Mode gehen, denn ich habe bemerkt, dass sich Kleidung im Laufe der Jahre verändert, die Eleganz jedoch zeitlos erhalten bleibt. Wenn man seinen persönlichen Stil gefunden hat, darf man ruhig variieren. Ich bin beispielsweise der Anzug- und Kostüm-Typ, kurzer Rock, feminine Hose, eng taillierter Blazer, fertig. Und über meine ausgefallenen Antifarben kann man diskutieren und hinter meinem Rücken lästern, denn direkt im Gesicht halte ich die Kritik nicht aus. Einst kaufte ich mir ein Rüschenkleid. An der Schaufensterpuppe sah es wundervoll aus, so toll, dass ich meinen kleinen Spitzbauch nicht berücksichtigte und das Kleid kaufte. Gerade am Bauch wölbten sich die Rüschen majestätisch nach vorne und beherrschten das mollig warme Klima rund um meine Speckfältchen. Ich wirkte wie eine Schwangere, obwohl ich genau wusste, dass ich kein Kind bekomme. Woher denn auch, bei meinem Kondomwahn! Als das Rüschenkleid zwischen alten Klamotten in der nostalgischen Kleiderbox und schliesslich im Altkleidercontainer verschwand, gönnte ich mir den nächsten Modeflop, ein pink glitzerndes Abendkleid, welches so billig aussah, als würde ich andauernd aus einem Freudenhaus ausgebrochen sein, obwohl die Damen dieses wirtschaftlich boomenden Gewerbes doch sehr teure Kleider tragen. Gut, mein Kleid war günstig in der Anschaffung, denn es sah nicht nur billig aus, es war auch billig. Manchmal schlugen mir meine Augen einfach ein Schnäppchen vor, welches kaum zu tragen, zu ertragen war. Ich denke, dieser Zustand wird sich bis auf Weiteres nicht ändern. Und wie oft kleiden Sie sich optisch so fehlerhaft, dass man nicht anders kann, als Ihnen ungeniert hinterher zu schauen? Lieber Besucher, ich besitze genau eine Lederjacke, eine knallrote Kunstlederjacke, welche jedoch wie eine echte Lederjacke aussieht und einem Fuchs zum Verwechseln ähnelt. Ich habe mich für Kunstleder entschieden, da ich die Freiheit der Tiere unterstütze und wir Baumwolle ernten und verarbeiten können, bevor wir uns auf die Jagd nach Lebewesen machen. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass auch Baumwolle Gefühle hat. Stellen Sie sich vor, Ausserirdische kommen, machen bei uns Urlaub, beginnen uns zu jagen und verarbeiten unsere Haut zuschicken Lederjacken, weil wir so toll an ihnen aussehen und uns so sanft auf ihrer Haut anfühlen. Wollen Sie immer noch eine echte Lederjacke besitzen? Dann schliessen Sie bitte Ihren Kleiderschrank gut ab, denn sonst kommen fünfzig Wildtiere und feiern Beerdigung eines treuen Kameraden. Echte Lederjacken gibt es, wenn Sie Lust haben, beispielsweise bei Otto, denn da schaue ich sie mir gerne aus der Ferne an. Ich bin ein begeisterter Befürworter der Kunstlederhose, aber das darf ich einen echten Lederhosen Träger nicht beichten, sonst wirft er mich rückwärts aus dem Beichtstuhl hinaus. Natürlich geht man aufs Oktoberfest in einer traditionellen speckigen Lederhosen mit dazu passenden Haferlschuhen. Das gehört sich einfach. Ich besuchte das Oktoberfest einmal in einem Lederkleid, natürlich künstlicher Natur, denn das musste ja keiner wissen. Echtes Leder riecht man auch nach Jahren noch, aber am Oktoberfest ist die Luft so dick, dass man nichts mehr riecht. Übrigens sollte die traditionelle Lederhose getragen aussehen, dann ist man darin hipp. Das weisse Hemd passt immer. Ich lebte einst mit einem Mann zusammen, der besass über fünfhundert weisse Hemden, und fast alle lagen ungebügelt im Schrank. Bitte, ein Jahr besitzt nicht annähernd so viele Tage, wie dieser Mann weisse Hemden besitzt. An manchen Tagen trug er zwei Hemden übereinander, damit eines immer sauber blieb. Farbige Hemden muss man geschickt kombinieren, denn ein grünes Hemd wird sich nur schwer mit einem hellblauen Anzug vertragen, obwohl ich bemerken muss, dass diese Farbkombination in der Natur durchaus vorkommt, Blaue Veilchen auf der grünen Wiese, grünes Gras unter blauen Himmel, aber bitte wer legt sich schon freiwillig einen hellblauen Anzug zu? Ich besitze ein blaues Kostümchen, blau wie meine Augenfarbe, jedoch eine grüne Bluse traute ich mich dazu noch nicht zu tragen. Wenn ich mich von den Haarspitzen bis zu den Zehenspitzen betrachte, dann muss ich zugeben, ich bin kein Model, auch wenn ich noch so übe, eines zu werden. Ich bin mit meinen 159 cm ein kleiner Laufmeter und typisch ungeeignet für den Laufsteg. Ich habe Schuhgrösse 35 und trage immer zu grosse Schuhe, wenn ich die Kinderabteilung meide, also tauge ich auch nicht als Schuhmodel oder Fussmodel. Und wie wird man nun Model? Gute Chancen bieten die aus dem Pilzboden der Medienlandschaft schiessenden Modelcastings, welche auf Puls4, auf SAT1, Pro7 und VOX im Fernsehen ausgestrahlt werden. Mein absoluter Liebling war damals die Kärntnerin Larissa, welche auch Austrias next Top Model geworden ist. Ich liebe ihre freche und freizügig verbale Art, denn sie sagt, wo es langgeht. Gutes Aussehen alleine hilft nicht allzu viel auf dem Weg am Catwalk, denn das Modelgeschäft ist ein Beruf, welcher Disziplin, eine starke Persönlichkeit und viel Ausstrahlung benötigt. Wissenschaftliche Tests konnten die Ausstrahlung eines Menschen auf einem Zeitschriftencover belegen. Wenn man die reine Symmetrie des Menschen von seiner Persönlichkeit trennt, verliert dieses Coverbild seinen optischen Reiz. Grundsätzlich kann man sagen, dass warme Farben untereinander und kalte Farben untereinander harmonieren. Bitte, die Farbe weiss lassen wir aus dem Farbspiel heraus, denn sie passt überall hinein. Ich würde jedoch nicht unbedingt einen meiner gelben Röcke mit einem weissen Sakko kombinieren, und auch grün oder violett, rosarot oder hellblau sieht zusammen mit weissen Sakkos gewöhnungsbedürftig für das optisch verwöhnte Auge aus. Grün passt allerdings hervorragend zu braun, denn wenn man in den Wald hineinschaut, ruft das grünbraune Echo ganze Sinnbilder zurück. Hallo grünbraunes Echo. Schwarz ist so eine dankbare Farbe, die lässt sich mit allem und jedem kombinieren. Trotzdem wirke ich wie ein halber Sensenmann, wenn ich mich in zu üppiges elegantes Schwarz hülle. Was ist schon perfekt? Ich bin perfekt, besonders wenn ich nach einer ausgiebig verschlungenen Schokolade mit meinem Spitzbauch wie eine Hügellandschaft aussehe. Wahrlich, ich bin perfekt. Wussten Sie schon, dass ich an einer Art unheilbarem Grössenwahn leide und ich mich längst mit meiner narzistischen Krankheit arrangiert habe? Sie sind übrigens auch perfekt. Das Outfit ist dann gelungen, wenn es zum jeweiligen Menschen passt, der es trägt. So sehen kleine, etwas molligere Frauen zauberhaft aus, wenn sie Kleider und Röcke tragen. Ich verstecke meinen Spitzbauch so gekonnt unter meinen feminin wirkenden Sakkos, dass niemand auf die Idee kommen würde, ich hätte ein Gramm zu viel am Körper. Meine prall auftrainierten Oberschenkel und Hüften verschwinden gezielt unter einem Minirock, sodass die Männerwelt die Blicke staunend auf mich wirft, da niemand weiss, wie es unter dem Minirock breitentechnisch aussieht. Auch Sie können Ihr perfektes Outfit finden. Übrigens specke ich auch hin und wieder deftig rasant ab, damit ich wieder einmal im Bikini laufen kann, denn kaum ein Bikini kaschiert üppige Kurven. Ich muss sagen, die richtig edlen Modeboutiquen wie Gucci und Armani haben mich noch nicht in ihren Bann gezogen, aber neulich habe ich wieder den Scheich in meinem Traum aufgesucht. Als ich aufwachte, war ich froh, aus dieser Astralreise wieder heil zurückgekehrt zu sein, denn ich will meinen Mann ganz für mich alleine haben und ihn an der kurzen Leine halten. Bitte, ich bin durch und durch eine Frau, nur beim Geld bin ich ein hoffnungsloser Idealist, ein aussichtsloser Fall, von Hartnäckigkeit geprägt. Und da ich wirtschaftlich leben muss, sind meine Modeboutiquen jene, in der die Kleidung noch wie Soldaten aufgereiht an der Stange hängt. Neulich probierte ich bei New Yorker einen gelben Blazer an und fragte nach dem Preis. Mein Lebenspartner meinte, der Preis sei bei dieser Farbe egal, aber ich bin ein preisorientierter Mensch. Zara, Orsay, Xanaka, Peek und Cloppenburg, das sind meine Anlaufstellen, wenn ich mir etwas zum Anziehen gönne. Teurer darf es nicht ausfallen, sonst hab ich nichts mehr zu essen und muss mich von meinen luftigen Klamotten ernähren. Übrigens hätte ich gerne, dass Kleidung menschenwürdig hergestellt werden würde, damit sich der Baumwollpflücker in Indien auch ernähren kann. Also meide ich das extrem Billige, denn darunter leiden Menschen, sodass sich das Outfit schwer auf meinem Körper anfühlen würde. Wenn ich manchmal spät dran bin und in der frühen Morgenstunde keine Zeit zum Duschen bleibt, setze ich mich im Bademantel und in Dessous, in meinem nächtlichen Negligee ins Büro, denn das ist nur ein paar Gehschritte vom Frühstückstisch entfernt, liegt sozusagen direkt an der nächsten Ecke links um die Ecke. Sozusagen arbeite ich dann bis zum späten Vormittag im Sportoutfit, bis ich mich dusche und in Schale werfe. Der Postbote kommt immer ungelegen und darf sich diesen Anblick gönnen, den Staubsaugervertreter verscheuche ich gleich an der Eingangstüre, und die Zeugen Jehovas stören sich nicht an meinem Outfit, wenn sie wieder einmal auf Marketingtour sind. Wahrlich, Sportmode muss bequem sein und den Körper umschmeicheln. Was nützt es, wenn Sie sich in ein schickes Sportoutfit pressen, jedoch im Fitnessstudio darin keine Luft bekommen und auf dem Hometrainer keuchen? Wichtig sind die luftfedernden Laufschuhe. Hier sollten Sie auf Qualität achten. Wenn Sie eine Frau sind, kaufen Sie sich einen anständigen Sport BH, denn in den edlen Dessous brauchen Sie keine hohen Luftsprünge zu machen, da wippt Ihr Busen höhengerecht mit Ihnen im Takt. Übrigens mache ich im Bademantel keine grossen sportlichen Sprünge, ausser dass ich beim Schreiben meinen Po am Sessel trainiere, Ausdauertraining im Dauersitzen. Unter der Flut an T-Shirts, die manche Leute im Kleiderschrank lagern, findet man trotzdem selten das passende, denn irgendwo sitzt es immer falsch. Ich ziehe manchmal ein T-Shirt an, wenn ich nachts friere und mich mein Negligee nicht ausreichend wärmt. Bitte, nachts ist es dunkel, da sieht mich niemand. Neulich sah ich trendige T-Shirts mit Strasssteinen und glitzernden Katzenaugen drauf. Die passen zu jeder Jeans dazu und sehen lecker aus, einfach tierisch gut, wenn die Katze aus Brusthöhe heruntergrinst. Sie können Ihr persönliches T-Shirt auch selber gestalten, dann brauchen Sie keine Abstriche mehr in Kauf zu nehmen. Sogenannte T-Shirt Gestalter gibt es im Internet an jeder virtuellen Ecke. Vor einigen Jahren entdeckte ich Shirtcity, Shirtin, T-Shirt-Druck, Shirtfactory, Spreadshirt und einige weitere gestaltungsoffene T-Shirt Anbieter. Ich würde mein Foto aufs Leibchen drucken lassen, dann gehe ich mit mir selbst ins Bett. Geht es Ihnen auch so, dass kaum eine Jeans richtig an Ihnen sitzt? Bei mir kneifen sie am Bauch und am Po, während sie an den Knien unschöne Beulen ausbuchten. Ich kann nur richtig elastische Stretchjeans kaufen und hasse dennoch diese Jeggings, die Jeans in Karottenform, in welchen ich wie eine noch nicht geerntete Karotte aussehe. Neulich sah ich eine orange Karottenjeans mit Reissverschlüssen an den Knöcheln. Wenn ich mich in dieser Hose in ein Gartenbeet stelle, glaubt der Gärtner, es sei bereits Erntezeit. Eine gut sitzende Jeans erkennt man daran, dass sie einen perfekten Po formt. Die Hosentaschen am Gesäss sind ausschlaggebend für die Passform der Jeans. Bitte, für den nächsten Winter bestelle ich mir ein paar Hosenanzüge bei Otto und kaufe mir einige Pyjamas und Trainingsanzüge für zu Hause, dann hat sich für mich das leidige Jeansthema erledigt. Übrigens habe ich bemerkt, dass sich die Miss Sixty Jeans gut an die Hüften anschmiegen. Und die Boyfriend Jeans kann jeder tragen, denn da passen manche Leute zu zweit in eine Hose hinein, damit die Freundschaft ihrem Motto treu bleibt, für immer dick zusammen bleiben, wahre Freundschaft kann nichts trennen. Ich mag schwarze Jeans, denn die machen meinen Po optisch schlanker. |