Der Kleinverlag ist der passende Verlag für junge Autoren Jeder Autor, der schreibt, möchte eines Tages seinen Bestseller auf den Markt bringen, den er in Form seiner Memoiren längst geschrieben und in der untersten Schublade liegen hat. Und glauben Sie mir, es schreibt wirklich jeder, der Papier und Bleistift in die Hand gedrückt bekommt. All diese Schriftsteller sehen täglich in ihren Schubladen nach, ob der Bestseller noch drin herumliegt, denn dort ist er gut plaziert für die Erstplazierung auf den Bestsellerlisten der Literaturwelt.
Ich rate den kleinen und kleinsten Autoren, zu einem Kleinverlag zu gehen, denn klein und klein versteht sich gut miteinander. Bitte, jetzt denken Sie nicht abwertend, so wie Sie es immer tun, wenn das kleine Wort geschrieben wird, denn Kleinverlage bieten oft grössere Chancen für die winzigen Autoren, als es ein Grossverlag jemals tun könnte. Jetzt glaubt natürlich jeder Autor, er sei bereits ein ganz grosser, und die Welt hat bloss noch auf ihn gewartet. Das dachte ich mir einst auch, ging zur Post und schickte mein Manuskript, handgeschrieben, zu Bertelsmann, Heine, Lübbe und Diogenes Verlag. Es kam postwendend wieder zurück. Da ich den Vorgang mehrmals wiederholte, bis ich endlich begriff, dass dies nicht die richtigen Verlage für mich sein können, verdiente die Post gut an uns, den Verlagen und mir. Bei einem Kleinverlag passiert Ihnen das nicht, denn dort liest der Verleger noch persönlich alle ankommenden Manuskripte, wenn in einer starken Woche zwei bis drei Manuskripte eintrudeln. Das macht der sich zum Hobby und liest die Schinken als Bettlektüre vor dem Schlafengehen. Kleinverlage setzen sich mit ihren Autoren noch auseinander, denn die haben die Schriftsteller im Blickwinkel, die fünf bis sechs Stück, die sie unter Vertrag nehmen können. Der kleine Tränentropfen an der Sache ist, dass sich der Kleinverlag keine grossen Events und Marketingmassnahmen leisten kann, und daher der Autor selbst mithelfen muss, damit sein Schinken nicht im literarischen Wurstregal liegen bleibt, sondern auf der nächsten Schinkenmesse, äh, Buchmesse zum Bestseller mutiert. Seit ich übrigens im Internet meinen Schinken vermarkte, kommen auch einzelne Kleinverlage auf mich zu. Wenn ich wieder einmal nicht ganz bei Sinnen sein sollte und an Geldüberschuss leide, starte ich wieder eine Buchaktion bei einem Kleinverlag. Auch Sie können heutzutage mit einer Onlinepräsenz auf Ihre Schriftstellerkünste im Internet aufmerksam machen. Vielleicht klopft eines Tages Herr Bertelsmann an die Türe und fragt, ob Sie zufällig ein Buch für ihn zur Vermarktung übrig hätten. Nun, ich habe die Tasse Kaffee für den Herrn Grossverlag schon bereitgestellt. |