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So nutzen Sie die Medien für Ihre Präsenz

medienAlles rund um Kunst, Kultur und Medien. Prominente und Medienstars sind ein Teil reinster Öffentlichkeit, und wer in der Öffentlichkeit steht, der trägt den Lifestyle auf dem Präsentierteller vor die Kamera. Viele Menschen träumen davon, in der Öffentlichkeit zu stehen, von den Medien begleitet zu werden und überall präsent zu sein. Wenn man innerlich für den Medienrummel bereit ist, klappt es auch mit dem öffentlichen Auftritt.

Sind Sie bereit für die Medien?

Manche Menschen ackern und mühen sich ab für ein bisschen Medienpräsenz und wundern sich, warum nicht mehr daraus wird. Wenn man sich deren Privatleben ansieht, merkt man oft die innere Unruhe, Unzufriedenheit und Instabilität der Menschen. Wie soll man da die Stärke aufbringen, um in den Medien gut zu wirken? Besonders bei Künstlern, die nach einem Weg in die Öffentlichkeit suchen, merkt man, dass sie sehr unsicher sind, oder so überzeugt von sich selbst, dass sie einfach kein gutes Bild in den Medien abgeben würden.

Wer die Medien für sich gewinnen möchte, der muss gute Arbeit leisten und sich auch gut vermarkten lassen, denn jeder Reporter oder Moderator merkt, wenn jemand in den Medien nicht gut ankommt. Wenn man innerlich an sich gearbeitet hat, steht man eines Tages im Rampenlicht, wenn man diesen Weg gehen möchte. Die Medien sind auch eine Art Adrenalin Lieferant, denn das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit lässt das Herz höher hüpfen. Wenn alle Menschen nach einem gelungenen Auftritt jubeln und klatschen, wenn man seine Autogramme unters Volk bringt, dann darf man zufrieden sein, denn dann hat man etwas wirklich richtig gemacht. Zweifeln Sie nie an Ihrer Arbeit, sondern lernen Sie aus jeder neuen Kritik etwas dazu und werden Sie dadurch noch besser.

Wieviel Medien und Öffentlichkeit erträgt Ihre Seele?

Sind Sie eigentlich schon reif für den roten Teppich? Bei mir im Büro schläft bis auf Weiteres ein weisser Teppich, der aber von Jahr zu Jahr grauer wird, da ich ihn selten putze. Neulich überlegte ich mir, diesen Teppich durch einen roten zu ersetzen, dann könnte ich täglich von morgens bis abends meine neuen Posen üben, damit ich mich nicht blamiere, falls es eines Tages auch für mich so weit sein sollte, mich am roten Teppich zwischen Promis und Blitzlichtkameras zu amüsieren. Einen roten Regenschirm muss ich mir bis dahin zulegen, denn ich möchte nicht klatschnass werden, wenn ich mich mitten ins Blitzlichtgewitter stelle. Meine Mutter sagt heute noch besorgt zu mir: Kind, nimm einen Regenschirm mit, wenn Du schon im Regen spazieren gehen musst.

Machen Sie sich fit für die Medien

Lieber Besucher, wie sieht es nun bei Ihnen aus? Haben Sie sich schon das passende Outfit für die nächste anstehende Gala oder Charityveranstaltung gekauft? Neulich zeigte eine Frau am roten Teppich, welch wundervolle Pobacken sie doch besitzt. Ich schmolz dahin, als ich diese beiden Pfirsiche erblickte. Nicht, dass ich als Frau diese Pobacken in meinem Obstkörbchen haben möchte, denn in meinem körpereigenen Obstkorb tummeln sich bereits zwei Wassermelonen und zwei in die Jahre gekommene Pfirsiche, also Po und Busen, aber der kleine Neid frass mich schon bei diesem Anblick.

Ich habe mir glücklicherweise meinen Hometrainer vor den Fernseher gestellt, damit ich mir all das antrainieren kann, was ich im Fernsehen erblicke. Wenn ich eine Sendung über die Fettsucht schaue, lege ich mich übrigens zu diesen Zwecken auf mein Sofa und warte geduldig mit meinen leckeren Popcorn Tüten darauf, bis die Fettpölsterchen einen geeigneten Schlafplatz auf mir gefunden haben. Und wehe, ich schaue mir danach das Starmagazin an, dann leide ich wie ein Hund, dem ein Knochen aus Beton auf die Vorderpfote gefallen ist.

Das passende Konzept für die Medien

Wenn man sich für die Medien rüstet, braucht man ein Konzept, an dem ich seit Jahren feile, und wenn mir diese Feile nicht ständig abbrechen würde, hätte ich das Konzept bestimmt schon umgesetzt. Vielleicht sollten Sie lieber Besucher sich ein körperbetontes Medienkonzept zurechtschneidern, nahezu auf den Körper schneidern. Kleider mit viel zu wenig Stoff gibt es überall zu kaufen, denn echte Seide ist teuer. Wenn die Seidenraupe nicht schnell genug an ihrem Häuschen baut, können Sie sich wahrlich nicht so viel Stoff am Körper leisten, das verstehe ich voll und ganz. Mit diesem Look sind Sie die Königin auf dem roten Teppich. Ach ja, arbeiten Sie bitte vorher an Ihrem Pfirsichpo und an Ihrem Busen, denn dies sind Früchte, die in den Medien Früchte tragen.

Sie werden es bereits bemerkt haben, die Öffentlichkeit möchte nackte Tatsachen präsentiert bekommen. Das ist ein natürliches Phänomen, denn auch in den Nachrichten möchte man über die nackten Tatsachen informiert werden und nicht zur Beruhigung des Gemütes eine Beschönigung, eine Verschleierung der Berichterstattung ins Ohr geflüstert bekommen.

Im Grunde sind die Medien etwas Wunderbares: Sie unterhalten uns ganzheitlich, sie geben uns die Information, auf die wir sonst ewig warten müssten, sie bringen kleine Leute gross raus und machen grosse Leute noch grösser, sie sorgen dafür, dass Schönheitschirurgen nie arbeitslos werden und schützen die Fitnessstudios vor der drohenden Schliessung, sie geben Talenten eine Chance, auch wenn man nicht singen kann, und sie halten morgens den Kaffee warm, wenn es wieder einmal brandheisse Meldungen über Katastrophen, Wirtschaftskrisen und Prominente gibt. Bis ich mir einen brandheissen Popo gezüchtet habe, werde ich wahrscheinlich noch mehrere Male die Tour de France am Hometrainer mitfahren müssen, und aus diesem Grunde bleibe ich weiterhin in der Masse der Promis still und heimlich als reinster Geheimtipp verborgen und suhle mich im Bad der Masse, wenn ich im Dezember samstags shoppen gehe. Bis auf Weiteres.

 

Fernsehen

fernsehenWie sehen eigentlich Ihre Fernsehgewohnheiten aus? Bei mir kann es durchaus manchmal passieren, dass ich vor dem Fernseher verdumme, wenn ich mir an einem Nachmittag hintereinander alle Sendungen ansehe, die RTL, SAT1 und Co aus dem Bildschirm entfliehen lassen. Da erblicke ich oft Sendungen aus dem Alltag von Hinz und Kunz, welche die Welt nicht braucht, sich aber trotzdem danach sehnt.

Neulich sah ich mir an, wie Dicke im Urlaub abspecken wollten, es sich aber doch überlegten und heiter drauflos naschten. Danach sah ich mir an, wie sich eine Luxusfrau ins absolute Aus schoss und ihren Mann unfreiwillig an ihre beste Freundin abgab. Ein Hund findet immer nach Hause, ein Mann kann sich verlaufen, das lernte ich in dieser Sendung. Zum Schluss schaute ich bei Richter Alexander Hold vorbei, denn man muss ja zwischendurch nach dem Rechten sehen, sonst verwahrlost doch alles.

Bitte, es existieren bei mir auch vereinzelte Zeiten, in denen mich mein Fernseher bildet, denn wenn ich mir das Exclusiv Starmagazin anschaue, weiss ich wenigstens Bescheid, wann und wo sich die Promis welche Körperteile austauschen oder aufpeppen lassen, welche Ehen zu Bruch gehen und wer wieder Single am aktuellen Menschenmarkt ist. Das ist wichtig, falls ich einmal heiraten möchte und mein aktueller Lebenspartner seine eiskalten Hochzeitsfüsse in fremden Betten wärmt.

Übrigens sehe ich mir auch gerne die Nachrichten an. Wenn in Japan die atomaren Funken fliegen, weiss ich wenigstens, warum auf unsichtbare Art und Weise bei uns in Europa die Preise für Notebooks ein halbes Jahr später explodieren. Da bekommt das Wort Explosion einen ganz individuellen Touch. Ich sehe mir aber auch gerne Reportagen und Dokumentationen an. Auf diese Weise lernte ich Alma Werfel kennen, beziehungsweise ihren Geist, denn die hoch explosive Frau weilt nicht mehr unter uns.

Sie fasziniert mich fast so sehr wie Angela Merkel, denn sie hatte zu Lebzeiten eine derart enorme Ausstrahlung, dass sie ihr vorgeheiztes Ofenfeuer wie ein ganzes Atomkraftwerk auf die Männerwelt ausstrahlte. Hier sind Männer wahrlich machtlos. Ähnlich farbintensive Blazer und Sakkos wie Frau Merkel besitze ich ja schon, wenn auch in einer anderen Preiskategorie, und an der erotisierenden Ausstrahlung von Alma Werfel arbeite ich noch fleissig. Kennen Sie übrigens Einstein? Sein Gehirn ist wahrscheinlich jedem ein Begriff.

Einstein ist die männliche Variante der Frau Werfel, denn er trägt seine erregende Ausstrahlung heute noch im Kopf mit sich herum, einfach umwerfend, dieser Charme der lebendigen Mathematik. Jetzt weiss ich, warum Frauen auf Männer mit Prestige, Macht und Erfolg stehen, und am Rande bemerkt, gehen sie mit dem perfekten Body ins Bett, welcher dann unter Umständen ein ganz anderer Mann ist. Man gönnt sich ja sonst so selten einen Liebhaber.

Kunst

kunstWissen Sie eigentlich Kunst zu schätzen? Neulich war ich auf einer Vernissage und hielt automatisch nach dem Buffet Ausschau, denn auch das ist Kunst. Ich habe mich schon immer darüber gewundert, dass das Buffet auf jeder Vernissage leer ist, bevor die Kunstwerke verkauft sind. Wenn man es autistisch genau nimmt, kommt man glatt auf die Idee, das Buffet wäre der Mittelpunkt einer Kunstausstellung. Kein Wunder rücken die Künstler immer in den seitlich so schwer erkennbaren Hintergrund, wenn sich das Buffet im Raum breit macht. Andererseits muss man direkt froh sein, wenn das Buffet leergegessen ist, denn dann sieht man auch den Künstler hinter den Schinkenröllchen und den leckeren Lachshäppchen wieder.

Wie kann sich nun ein Künstler ins Rampenlicht stellen, um nicht hinter dem Buffet versehentlich vergessen oder noch schlimmer verspeist zu werden? Sind Sie zufällig Künstler? Dann haben Sie bereits bemerkt, dass ein bisschen malen und gestalten von Kunst nicht ausreicht, um sich einen Namen der Unvergessenheit in die Köpfe der Menschen zu meisseln. Mit Hammer und Meissel alleine schaffen Sie zwar ein prunkvolles Kunstwerk, aber für Ihren prunkvoll verzierten Namen benötigen Sie die Medien. Ich schwöre, jeder noch so kleinste Radiosender ist mehr wert als gar keine Öffentlichkeit. Einst vermarktete ich eine Künstlerin, die meinte, mein eingeladener Radiosender wäre zu klein. Auch gut, dachte ich, dann laden wir ihn eben wieder aus und eröffnen die Kunstausstellung als Geheimtipp. Sie ahnen nicht, wie schnell die Künstlerin den kleinen Radiosender zu schätzen wusste.

Wenn Sie sich einen Namen in der Kunstszene gemacht haben, können Sie alles vermarkten, auch einen Bleistiftstrich, der quer durchs trockene Papier gezogen wurde, wenn Sie den Strich gut interpretieren und damit eine individuelle Aussage treffen, sozusagen Ihre ganz eigene Hundenote aufs Papier klatschen. Und wie unterscheidet man nun wertvolle Kunst vom Krempel? Es ist wieder nur der Name, der im Endeffekt zählt, denn namenlose Werke sind keine sachlich betonten Millionen wert, es sei denn, man findet jemanden, der bereit ist, viel Geld dafür zu bezahlen. Glücklicherweise unterscheiden wir auch den individuellen, herzensbetonten Wert eines Kunstwerkes.

Ich unterscheide neben dem Künstlernamen auch noch ein kaum zu erwähnendes zweites Detail, das Aussehen des Kunstwerkes selbst. Was nützt es mir, wenn ich ein Bild zu Hause hängen habe, welches ich mir täglich ansehen muss, wenn es mir nicht gefällt und ich nichts damit anfangen kann. Aber bitte, manche Leute kaufen sich auch Aktien und Anleihen, von denen sie nichts verstehen und wundern sich, wenn Lehmann Brothers pleite ist. Lieber Besucher, wenn Sie Kunst lieben möchte, lernen Sie Kunst zu verstehen, und bitte lassen Sie sich beim Kauf nicht von Ihren Image-Augen blenden.

Literatur

literaturLesen Sie schon Bücher, oder sehen Sie sich die Buchverfilmungen im Kino an? Als ich mir Harry Potter als Buch kaufte, hoffte ich mit sehnlichster Erwartung, dass doch endlich dieses Buch verfilmt wurde. Und als ich dann im Kino sass, wünschte ich mir das Buch zurück, weil ich versehentlich falsche Vorstellungen von den einzelnen Szenen hatte. Harry Potter stellte ich mir attraktiver vor. Übrigens wurde ich von Band zu Band, von Kinofilm zu Kinofilm glücklicher, denn ich entdeckte, dass Harry Potter immer attraktiver wurde.

Lieber Besucher, oft liest man ein Buch und malt sich die einzelnen Szenen, die Darsteller und Schauplätze in seinem eigenen Kopf kreativ aus. Andere Leute haben vom selben Buch eine ganz andere Vorstellung. Der Regisseur hat wieder eine andere Vorstellung, und so passiert es, dass man vom verfilmten Buch enttäuscht ist. Dies passierte mir übrigens auch beim Film: Das Parfum, gefolgt vom Wunderweltwerk: Die Säulen der Erde. Ich musste feststellen, dass ich wohl einen Kopf besitze, dessen Gehirngänge unergründlich, so richtig anders sind.

Bevor ich es vergesse, ich bin ein begeisterter Twilight Fan, und auch Herr der Ringe ist für mich wie das Erscheinen des Weihnachtsmannes und des Osterhasens zugleich. Bücher regen jetzt aber nicht nur unsere Fantasie und die kreative Vorstellungskraft an, sie bilden uns auch geistig weiter. Gut, an dieser Stelle gebe ich zu, mir einst ein Schminkbuch gekauft zu haben und bis heute noch quasi nackt im Gesicht herumzulaufen.

Schminkanleitungen sind wohl eher ungeeignet für meine freiheitsliebende Haut, die abwechselnd wie ein glatter Marmorboden, dann wieder wie eine Porzellantasse und ein anderes Mal wie eine zerbröselte Mondlandschaft, wie ein Vollkornbrötchen aussieht. Trotzdem lese ich gerne Ratgeber, denn aus dem noch so dünnsten Ratgeber kann man mindestens einen Satz für sich im Gehirn behalten, und wenn es nur der Buchtitel ist. Lesen ist gesund und macht unheimlich sexy, denn auch Köpfchen kann anziehend auf unsere Umwelt wirken. Ich fühle mich ohnehin zu vergeistigten, gebildeten Menschen eher hingezogen, als zu körperbetonten, durchtrainierten Sixbags, denn bei denen kann man sich am harten Bauch nicht ausruhen, um ein spannendes Buch zu lesen.

Musik

musikWelche Musik hören Sie eigentlich? Kennen Sie schon die I-Doser? Als ich zum ersten Mal diese undefinierbaren Schwingungen hörte, war ich der Meinung, sie würden die angekündigte Wirkung in meinem Unterbewusstsein entfalten und mich high machen. Ich wartete wie ein Hase im Hasenstall gespannt darauf, was sich draussen so ergibt. Und was tat sich? Nichts! Zuerst dachte ich an einen Irrtum meines hart arbeitenden und hin und wieder angeknacksten Nervensystems und hörte mir meinen I-Doser mehrmals hintereinander an, aber anscheinend bin ich so ein individueller Typ, dass diese Art von Musik keine Wirkung bei mir zeigt.

Ganz anders reagiere ich auf Volksmusik. Ich bin jedes Mal permanent auf der Flucht, wenn mich irgendwelche Volksmusik verfolgt. Ich habe mir sogar Karten für den einstigen Silvesterstadl gekauft und war live beim Musikantenstadl dabei, nur um sicherzugehen, dass Karl Moik Adieu sagt und geht. Dass ich eine der letzten Gäste war, die den Saal verlassen hatte und aus reinster Verzweiflung begeistert die glitzernden Blumen mit nach Hause nahm, welche als Dekoration dienten, das gebe ich öffentlich niemals zu, denn ich bin ein Feind der Volksmusik.

Demnächst überzeuge ich mich selbst davon, dass Andi Borg nicht singen kann, wenn ich mir Karten für den nächsten Musikantenstadl kaufe und wippend im Takt vibriere. Kennen Sie diese peinlichen Situationen auch? Sie sind Fan einer Band, die niemand öffentlich mag und deren Konzerte doch jedes Mal ausverkauft sind. Ich frage mich bis heute, wie es möglich ist, dass man so schwer an Karten vom Rammstein heran kommt, wenn doch niemand diese Band mag. Oder Sie fühlen sich zu einer Musikrichtung hingezogen, die Sie nicht laut erwähnen dürfen, ohne gleich Spott und Hohn zu ernten. Helene Fischer darf ich ja auch nicht lauthals erwähnen, und trotzdem bin ich ein absoluter Fan von ihr. Schlimmer kommt es nur noch, wenn ich jetzt offen zugebe, dass ich dahinschmelze, wenn Andreas Gabalier vom Balzverhalten wild gewordener Grossstadttiere singt.

Lieber Besucher, Musik ist etwas Wunderbares, solange man zu seinem Musikstil stehen darf, ohne ausgelacht zu werden. Ich besuchte auch einmal die Starnacht am Wörther See und schunkelte im Takt der Interpreten mit, hielt aber brav den Mund, damit meine Rockmusik Freunde nicht versehentlich dachten, ich hätte mich im Sumpf verirrt. Neulich hörte ich, dass sogar Popmusik seine guten Dienste für angeschlagene Nervenkostüme leistet. Sie sehen, lieber Besucher, jede Musikrichtung kann mitten durchs Ohr gehen und sich in den Nerven beruhigend breitmachen.

Lieben Sie zufällig Opern oder Operetten? Bei den Operetten besteht wenigstens noch die Chance, dass man von der Handlung ein wenig mitbekommt, bei Opern kann man zumindest die Arien geniessen. Als ich 14 Jahre alt war, fühlte ich mich reif genug, um in die Oper zu gehen. Im zarten Alter von 29 Jahren verstand ich dann allerdings zum ersten Mal das Phantom der Oper, denn mit 14 bin ich während der Vorstellung eingeschlafen.

Heute kann ich die Oper geniessen, da sich meine Ohren weitergebildet haben und ich die Zwischentöne verstehe. Übrigens kann uns Musik auch dabei helfen, kreative Gedanken zu bündeln, denn wenn man bei leiser Hintergrundmusik kreative Tätigkeiten ausübt, gelingen diese besser. Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass ich dies hier bei den sanften Tönen von Metallica schreibe, zweifeln Sie womöglich an meinem einfühlsamen Verstand, aber meine Seele braucht es im Moment einfach.

Onlinemedien

onlinemedienWas tut sich alles im Internet? Seit ich einen Account bei Facebook, einen weiteren bei Twitter und einen dritten Account bei Xing besitze, dreht sich mein Lebensinhalt nur noch um Kontakte. Wie viele neue, mir unbekannte Freunde habe ich auf Facebook? Welche Jesus Jünger folgen mir auf Twitter? Wer nimmt mich ins sein Netzwerk auf Xing auf und spricht mit mir über Synergien? Übrigens habe ich als bekennender Fremdwortfeind das Wort Synergien erst kennengelernt, seit dem ich mir Xing domestiziert habe.

Lieber Besucher, bei welchem sozialen Netzwerk im Internet sind Sie eigentlich? Ich wollte das jetzt nur rein privat wissen, falls wir uns einmal heiraten sollten, damit ich Bescheid weiss, wo ich Sie finde, denn die Hochzeitsnacht kann alleine ganz schön langweilig ausfallen. Haben Sie auch manchmal das Gefühl, wenn Sie nicht zwingend bei Facebook und Co Ihr Gesicht zur Schau stellen, sind Sie womöglich nicht mehr ganz drin in unserer Gesellschaft? Ich gebe zu, viele meiner heutigen Geschäftspartner hätte ich ohne das Internet nie kennengelernt. Und trotzdem darf man den persönlichen Kontakt nicht aus den Augen verlieren, denn darauf beruht das Vertrauen in einen Menschen.

Das Internet leistet wahrlich gute Dienste für uns. Man kann sich Handy Apps direkt aufs Handy laden, damit man sinnige und unsinnige Dienste nutzen darf. Neulich lernte ich die App zum Kerzen ausblasen kennen. Gut, einmal richtig tief Einatmen und Durchblasen ergibt das selbe Resultat, aber wenn es etwas gibt, das uns die Arbeit erleichtert, wieso sollte man dies dann nicht nutzen. Ich gebe Ihnen übrigens gerne Bescheid, sobald mein Onlineportal als Handy App verfügbar ist, denn spätestens dann ist das Lesen hier kostenintensiv, also geniessen Sie die Restzeit.

Früher gab es im Internet die Gästebücher, in denen man sein Entzücken über die nette Homepage äussern konnte und gleichzeitig seine E-Mail Adresse öffentlich zur Schau stellte. Heute schreibt man seinen Senf in die zahlreichen Blogs und verewigt sich als Kommentarspam. Ich habe mich einst in mühevoller Kleinarbeit in über 1000 Webkataloge eingetragen, nur um gesehen zu werden.

Sie werden es kaum glauben, aber das ganze aufwendige Ritual bringt mir heute gar nichts mehr, denn meine Website Adresse hat sich geändert. Und so schnelllebig ist das Internet. Wenn man heute noch einen sicheren Bankjob hat, kann man morgen bereits arbeitssuchend sein, nur weil ein Foto auf Facebook die Stimmung beim Chef empfindlich trübt. Deshalb lieber Besucher, achten Sie ein wenig auf Ihre privaten Daten. Achten Sie darauf, wo Sie Ihre Kommentare veröffentlichen, welche intimen Partyfotos Sie ins Netz stellen. Wenn erst einmal die Frau des Chefs auf Facebook in Ihren Armen liegt, muss es keine Wirtschaftskrise geben, damit Sie aus Rationalisierungsgründen Ihren Job verlieren.

Prominente

prominenteWissen Sie zufällig, warum uns das Privatleben von Prominenten brennend interessiert, und uns das Leben von Hinz und Kunz kalt lässt? Wissen Sie zufällig, wie ich an die private Handynummer von Alfredo Pauly komme, denn zu Weihnachten hätte ich gerne einen neuen Zobel unterm Baum. Bitte springen Sie mir jetzt nicht an die Gurgel, denn im Grunde bin ich die beste Freundin des Kunstpelzes, da ich es nicht übers Herz bringe, den Zobel aus dem Tierreich um meinen nackten, sanft umschmeichelnden Körper zu wickeln. Vielleicht bräuchte ich dann eher die Telefonnummer von Hugh Hefner, falls ich ein Hase werden möchte.

Neulich habe ich mir aus purer Langeweile die Arbeit angetan, jedem Prominenten hinterher zu spionieren, indem ich sämtliche alte Artikel aus den verschiedensten Zeitungsarchiven ausgrub und nachschaute, wie ihr Privatleben aussieht. Um Gottes Willen, ich staunte nicht schlecht, als ich die damalige Verona Feldbusch auf Peep verfolgte. Kein Wunder, dass sich die Frau heute lieber Verona Pooth nennt.

Mir ist bei meiner Recherche übrigens aufgefallen, dass zahlreiche Prominente im Burn Out endeten und sich in schwierigen Lebenslagen aus der Öffentlichkeit zurückzogen, um mühevoll wieder ins Rampenlicht ihres gewohnten Scheinwerfer-Lebens zurückzufinden. Macht uns zu viel Öffentlichkeit müde? Sorgen die Medien etwa für den Nachschub in den Burn Out Kliniken? Ohne Zweifel ist der Mensch ein Wesen, das auch an seine Grenzen stossen kann. Jeder Mensch benötigt ein Minimum an Privatleben, nur die Promis vergessen dies auf dem harten Feldzug, im Vormarsch aufs begehrte Titelblatt.

Prominent zu sein ist im Grunde auch nur ein Job, der Nerven kostet. Ein Prominenter hat die Aufgabe, mit sich selbst von Kopf bis Fuss im Rot des Rampenlicht durchfluteten Teppichs zu glänzen, denn sonst gerät er in Vergessenheit und verdient kein Geld mehr. Ich sage Ihnen, wenn ich diese Seite der edlen Prominenz genauer betrachte, brauche ich keine Lupe, um festzustellen, dass dies ein harter Knochenjob ist. Welch bittere, einsichtliche Erkenntnis, ich bleibe bis auf Weiteres anonym und aale mich im stillen Ruhm meiner geschriebenen Worte.

Und Sie? Wollen Sie prominent werden? Sie brauchen hierzu ein wenig Kapital. Wenn Sie sich im Spiegel betrachten und ganz zufrieden mit sich selbst sind, vermarkten Sie sich doch pur und stellen Ihren Körper günstig sichtbar für die Kameras auf den roten Teppich. Ich hoffe, Sie haben bereits an Ihren bezaubernden Pobacken gearbeitet, denn ohne diese sieht Ihr Po wie ein gewöhnlicher Hintern aus. Wenn Sie die pure Körpervermarktung scheuen, benötigen Sie glatt ein Produkt, welches Sie vermarkten. Ich kenne einen Tee, den kaufe ich mir nur, weil die Teeherstellerin körpernah auf der Verpackung abgebildet ist.

Oje, ich sehe schon, überall lauert die Gefahr, seinen Körper in den Medien vermarkten zu müssen. Bitte, vielleicht besitzen Sie ein Talent. Wenn Sie nicht singen können, schaffen Sie es zumindest ins erste Casting von DSDS und stehen dem prüfenden, lästernd vernichtenden Blick von Dieter Bohlen gegenüber. Lieber Besucher, wie auch immer Sie prominent werden möchten, halten Sie sich auf jeden Fall ein Hintertürchen offen, durch welches Sie in Ihr nicht öffentliches Privatleben verschwinden können, denn die Medien freuen sich über jedes gefundene Fressen, welches Sie ihnen auf dem Präsentierteller servieren.

Unterhaltung

unterhaltungIst Ihnen zufällig langweilig? Ich möchte Ihnen ja keine falschen Hoffnungen machen, aber ich glaube, Sie könnten wieder einmal ins Kino gehen. Dort schmeckt nicht nur das Popcorn ausgezeichnet, auch die Sitznachbarn könnten Ihre akute Langeweile wegblasen, und wenn Sie sich bloss über die Zwischenrufe Ihrer Sitznachbarn im Kino aufregen. Ich gehe schon deshalb ins Kino, weil ich die Werbung liebe. Der Film ist mir nicht so wichtig, wenn ich nur die Werbung nicht verpasse.

Gut, wenn der Film auch spannend oder zu Tränen gerührt mein zartes Nervenkostüm berührt, habe ich die Kinokarten nicht umsonst gekauft, aber Hauptsache, ich verpasse die Werbung nicht. Beim letzten James Bond Film schlief ich ja mitten drin ein, nachdem ich genauestens mit absoluter Anstrengung die einzelnen Szenen auf Ungereimtheiten hin untersuchte.

James Bond hatte einmal in der gleichen Szene zwei verschiedene Hemden an und ein anderes Mal im Mittelalter eine technisch utopische Armbanduhr am Handgelenk. Wie ist das möglich? Schauspieler sind eben auch nur Menschen, für die ein Drehtag einmal zu Ende geht, Menschen, die in unserer Gegenwart leben und auch nur mit dem Handy telefonieren, während sie die aktuelle Zeit auf ihrer Rolex ablesen.

Lieber Besucher, wenn Sie aus dem Kino kommen, können Sie sich gleich die Karten für Mario Barth sichern, denn der ist auch ein Mittel gegen die Langeweile. Für mich ist er ein seichter Gedanke im Kopf, denn ich liebe seine bodenständigen Wortwitze, weil ich die wenigstens verstehe, auch im Schlaf, wenn ich nicht grossartig nachdenke. Ist nicht für jeden Menschen eine andere Art der Unterhaltung fördernd?

Ich kenne nämlich jemanden, der kann den Humor von Mario Barth nicht leiden, versinkt jedoch in schmachtende Lachkrämpfe, wenn er sich Dieter Nuhr ansieht. Bitte, der Herr Nuhr ist mir zu hart in seinen Äusserungen, denn da weiss ich nie, ob ich mir nicht das Zwerchfell breche, wenn ich über so manch bösartigen Witz von ihm lache. Bitte, ich bin im Grunde nicht anders als er, wenn ich mit meiner zischenden Lästerzunge alles platt walze, bevor ich darüber nachdenke, was ich geschrieben habe, aber ich heisse ja nicht Dieter Nuhr.

Unterhaltung kann uns aber auch zu klügeren Menschen machen. Wann waren Sie zuletzt in einem Kabarett? Ich nehme jedes Mal, wenn ich Kabarett in mich hinein pumpe, eine gewisse Nuance an Weisheiten zwischen den Zeilen des hoch vergeistigten Wortwitzes mit, denn aus der elegant ausgearbeiteten Kleinkunst kann man einiges lernen. Lieber Besucher, vielleicht habe ich Sie jetzt ein wenig inspiriert und auf den Geschmack gebracht, die Welt der bunten Medien zu geniessen.

 

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