Lifestyle Tipps, die unter die Haut gehen Neulich habe ich mir einmal Gedanken darüber gemacht, wieviel Lifestyle wir unbewusst in unser Leben hineinlassen, ohne dass wir bewusst bemerken, wie sich unser Alltag dadurch verändert. Einer meiner Geschäftspartner rief an, als ich gerade mit mir alleine am stillsten Örtchen der Welt sass und mich rundum erleichterte. Auf diesen Anruf hatte ich gerade noch gewartet. Der Raum kann noch so klein sein, wenn man sein Handy dabei hat, kann man die ganze Welt sogar am Klo unterbringen, dachte ich und überlegte, ob ich den Anruf entgegen nehmen oder ignorieren sollte.
Mein Geschäftspartner kennt mich und probierte es zwei Minuten später erneut, da er weiss, dass mein Handy sogar das Bett mit mir teilt. Als ich den Anruf entgegen nahm, nahm ich damit auch gleichzeitig eine Terminabsage meines Geschäftspartners entgegen, weil er keine Lust hatte, unser konspiratives Treffen zu gestalten und deshalb den Termin verschob. Von Erleichterung war bei mir jetzt nichts mehr zu bemerken. Ich wunderte mich über mich selbst, dass ich meinen natürlichen Lebensfluss unbewusst aber stetig von so viel Lifestyle durchqueren lasse. Und wie oft telefonieren Sie auf der Toilette? Natürlich fallen mir gerade am Klo Leute ein, die ich anrufen müsste, sodass in solchen Momenten ein Handy, welches wie ein siamesischer Zwilling an mir haftet, ideal ist, wenn da nicht die lästigen Anrufer wären, die meine Sitzungen stören. Hat nicht jeder Tag auch seine Nacht, die er bereitwillig mit sich schleppt, damit wir schlafen und uns auf den neuen Tag freuen können? Ich denke, ich sollte mir doch einmal ernsthafte Gedanken, wenn nicht sogar Sorgen um das Für und Wider des trendigen Mobiltelefons machen. Schalten Sie Ihr Handy eigentlich auch zeitweise aus? In meinem Leben gab es Zeiten, in denen bezahlte ich sogar die Grundgebühr für Hund und Katz, da ich mein Handy im ausgeschaltenem Zustand in meinen kleinen Zierkühlschrank legte und darauf vergass. Es fehlte mir damals nicht, was mich allerdings heute erstaunt, denn im Moment weiss die ganze Welt, dass ich auch im Bett und am Klo erreichbar bin. Bitte, was möchte ich mit dieser direkt intimen Geschichte sagen? Wir könnten unser Leben ein wenig entschleunigen und nicht jeden Lifestyle in unser privates Dasein integrieren, nur um präsenter zu wirken. Natürlich existieren auch durchaus positive Trends, die sowohl fürs Ego als auch für die Seele nützlich sind. Mit den positiven Lifestyle Trends können wir unseren Alltag aufpeppen, um der zum Sterben verurteilten Monotonie zu entkommen. Ein solcher Trend ist beispielsweise der Beziehungscounter, den Sie sich als kleine Softwareanwendung auf dem PC installieren können. Mein Beziehungscounter zeigt mir täglich an, wie viele Tage, Stunden und Minuten ich bereits mit meinem Lebenspartner zusammen bin. Er rettete bereits mehrmals unsere Beziehung und hat täglich einen neuen Kosenamen für uns. Ach, Lifestyle kann so vielfältig sein, dass man beinahe den Durchblick verliert, aber die Welt ist auch so vielschichtig, und trotzdem leben wir die meiste Zeit unseres Lebens nur in einem Land, in einer Stadt, sogar in einer einzigen Wohnung alleine und wundern uns, wie wir diese Eintönigkeit unter all der weltoffenen Vielfalt aushalten. Ich sage Ihnen, der gesunde Lifestyle besteht aus dem monotonen Alltag und beinhaltet kleine, abwechslungsreiche Abenteuer. Eine Linie alleine auszuleben, macht auf Dauer krank, und deshalb ist der Tag auch mit seiner geliebten Nacht verheiratet, obwohl die beiden wie Tag und Nacht sind. Lifestyle ist die Gier nach neuen Produkten, ohne die wir nicht überlebensfähig wären. Ich wundere mich zutiefst darüber, wie es bloss möglich war, jahrelang ohne Handy und Computer zu existieren. Früher klebte man an Ort und Stelle fest, wenn man telefonieren wollte. Heute sitzt man im ungünstigsten Fall am Klo und drückt seine biologischen Mitesser aus sich heraus, bevor man am Handy seinen Anrufer aus der Leitung drückt. Früher ging man ins Kino, wenn man sich einen brandaktuellen Film ansehen wollte. Heute steht die Privatsphäre gross im Kurs, wenn man sich zu Hause im trauten Ambiente einen Videofilm on Demand online bestellt, den man sich in bequemer Gelassenheit 24 Stunden und länger ansehen kann. Zu Hause am Sofa ist man einfach mehr unter sich. Apropos Privatsphäre, Facebook hat extra private Ecken in seinem sozialen Netzwerk eingerichtet, damit man in Ruhe seinen kleinen Freundeskreis zur Geburtstagsparty einladen kann. Und wehe, man macht einen falschen Mausklick und haut kurz daneben, dann kommen unzählige Leute zur Geburtstagsfeier. Gott sei Dank werden solch ausartende Events vom braven Steuerzahler bezahlt, sonst geht man glatt pleite.
Voll im Trend liegen ja die Schönheitsoperationen. Natürlich existiert zu jedem aktuell in Mode geratenen Trend auch ein Gegentrend, und deshalb haben sich neben den Schönheits OPs auch die natürlichen Mittel aus dem Reformhaus gegen die Hautalterung zur Wehr gesetzt. Bitte, haben Sie schon einmal eine 70 jährige Frau gesehen, die nur mit den Hausmitteln der Natur sämtliche Falten von ihrem Körper ferngehalten hat? Ich probiere ja jährlich mindestens einmal für drei bis fünf Wochen diesen Antitrend aus dem Reformhaus aus, bisher jedoch mit mäßigem Erfolg. Ich schwöre, ich finde noch das Geheimnis, das mich bis ins Sterbealter jung und faltenfrei hält. Haben Sie die neuen Wirtschaftstrends bereits in Ihr Business integriert? Google Plus liegt voll im Trend, obwohl Facebook mit seinen Unternehmer Fanseiten die Rangliste der sozialen Geschäftskontakte im Internet anführt. Übrigens können Sie Ihr Business mit Xing und LinkedIn ankurbeln. Gut, vielleicht ist Xing eine versteckte Singlebörse für Unternehmer, aber das Business überwiegt. Die Geschäfte gehen online. Können Sie sich noch daran erinnern, als Sie Zeitungsanzeigen geschaltet haben? Heute dreht sich alles um Impressionen und Klicks im Internet, wenn Sie online Werbung schalten. Und wehe, die Besucher haben einen Filter eingerichtet, der die Werbung unsichtbar macht, dann liegen die Surfer nicht im Trend. Im Grunde ist die Esoterik ein Lifestyle Trend, der heimlich im stillen Kämmerchen mit sich selbst und den herumschwirrenden Energien ausgelebt wird, und der in der Öffentlichkeit seinen verbalen Tod findet, wenn man hemmungslos über die esoterischen Undinge lästert. Voll im Trend liegen Duftkerzen, ätherische Öle, Räucherstäbchen und Klangschalen. Bitte, wenn man es mit diesen esoterischen Accessoires übertreibt, kann man auch voll daneben liegen. Ich hatte einst mehr als 100 Duftkerzen in meiner Wohnung verteilt an allen Ecken und Plätzen stehen, aber als ich einen Allergiker zum romantischen Frühstück einlud, brachten mir die energetisch aufgeheizten Kerzen im strahlendsten Kerzenlicht kein Glück. Raten Sie einmal, wie schnell mein Date flüchtete? Nun, meine Kerzen reduzierte ich genauso blitzschnell, denn ich wollte ja wieder unter die Haube kommen, ohne mir im nächsten kalten Winter eine Mütze zu kaufen. Lernen Sie etwa Ihren Partner noch in der U-Bahn, im Bus oder im Restaurant kennen? Bitte, bei aller Liebe zur unverfälschten chemisch zusammenpassenden realen Zweisamkeit, aber heutzutage hat doch niemand mehr Zeit, um öffentlich zu flirten. Voll im Trend liegen die Partneragenturen, die einen passenden Partner aufgrund zahlreicher psychologischer Analysen zusammenschnipseln und dann zwei Partner zusammenmischen wie zwei Farben in einem Farbkasten. Aus gelb und rot wird übrigens das erfolgreiche Orange. Bei diesem Gedanken könnte ich glatt zum Psychiater gehen, denn den bräuchte ich für mein persönliches, krankhaftes Profil. Übrigens verfolge ich seit einiger Zeit wieder den Gegentrend und schaue mir die Leute in der U-Bahn genauer an, auch mit geschlossenen Augen, denn in diesem Zustand kann ich weisse Mäuse durch die U-Bahn laufen sehen. Kennenlernen können Sie sich auch im Sessellift beim Schifahren, im Schwimmbad, wenn Sie sich gegenseitig mit dem Fotohandy Bilder ins Herz schiessen, oder im Fahrstuhl, wenn der lange Weg in das letzte Stockwerk eines Wolkenkratzers führt. Man kann sein Leben mit einem individuellen Trend aufpeppen, sozusagen zum Leben erwecken. In meinem Wohnzimmer stehen seit einigen Tagen Weihnachtsmänner aus Kerzenwachs, welche geduldig darauf warten, bis sie vor erhitztem Charme dahinschmelzen, wenn ich die Kerzen anzünde. Es ist mein Adventskranz, den ich an Stelle eines herkömmlichen grünen Kranzes verwende. Leute, kauft Kerzen, bald ist Weihnachten. Manche Leute peppen ihr Leben mit gut geplanter, durchgetakteter Ausgefülltheit auf. Wussten Sie eigentlich, dass es jetzt auch Babykurse gibt, in denen Kleinstkinder lernen, schnell vom Säugling in den Status des Erwachsenenalters zu kommen. Benimmkurse gibt es schon für Kleinkinder jeden Alters, wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese Kurse nicht doch dazu führen, dass Kinder weniger mit ihrem Essen spielen. Übrigens brauchen Babys keine Kurse, sondern Mama, denn Mama ist die Grösste. Wenn Sie im Medientrend liegen möchten, gleiten Sie einfach leicht bekleidet über den roten Teppich, wie ein kleiner Jeton, der sanft über den dunkelgrünen Filz des Roulett-Tisches rollt. Im Grunde sind wir doch alle wie kleine runde Jetons, glücklich und zufrieden, wenn wir nicht unsere Macken hätten. Neulich wollte ein Schüler mitten im Schulgebäude auf seinem kleinen Teppich in Richtung Mekka beten und zog zur Durchsetzung seines Vorhabens vor Gericht. Er schaffte es damit in die Medien. Ich hätte mich noch zusätzlich auf einer Charitygala mitten auf den roten Teppich gestellt, denn gerade auf Wohltätigkeitsfeiern hören alle Ohren aufmerksam zu und sind gewillt zu helfen. Vor Gericht hatte der junge Mann zwar verloren, aber die Medien können bei Bedarf dieses Einzelbeispiel immer wieder aufgreifen, wenn es um eventuelle Integrationen von fremdartigen Teppichen geht. Den roten Teppich kennen wir ja schon, der muss nicht integriert werden, der ist uns vertraut. Haben Sie mittlerweile auch Ihren ganz persönlichen Modestil gefunden, oder laufen Sie noch jedem Hilfeschrei aus der Modewelt hinterher? Ich habe mir einmal Gedanken um die Persönlichkeit, gepaart mit dem eigenen Modestil gemacht. Und voila, genau passend zu meinen Gedanken sah ich dann ein Experiment im Fernsehen, bei dem zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, ihren gesamten Kleiderschrank für eine Woche tauschten. Ich persönlich würde meinen Klamottenschrank ja ungern tauschen, es sei denn, Angela Merkel oder die Queen würden mit mir diesen experimentellen Austausch wagen. Stellen Sie sich vor, Sie sind der graue Maustyp, gekleidet in seinen Lieblingsjeans und T-Shirt, und plötzlich müssten Sie ein sonnengelbes, grasgrünes oder oranges Kostümchen tragen. So erging es den beiden Frauen im Experiment. Die eine stand vor einem bunten Glamourschrank, während die andere entsetzt in einen grauen, etwas gelangweilt gestylten Jeansschrank blickte. Übrigens kaufe ich mir demnächst eine rosarote und eine rote Jeanshose, denn Farbe muss sein. Lieber Besucher, in gewisser Weise lebten die beiden Tauschfrauen in dieser Woche eine andere Persönlichkeit aus. Da sie sich in den Klamotten der anderen jedoch nicht wohl fühlten, konnten sie mit der neuen Persönlichkeit kaum etwas anfangen. Kleider machen äusserlich gesehen Leute aus unserem nackten Körper, aber der Bekleidungsstil muss zu unserer inneren Persönlichkeit passen, damit wir in den Kleidern auch die passende Ausstrahlung besitzen. Die meisten Menschen machen den sogenannten Pauschalurlaub, vorwiegend jedes Jahr an der selben Stelle, im selben Urlaubsland, damit sie sich immer den selben Strandplatz und die gleiche Liege am Hotelpool sichern. Ich ging neulich noch einen Schritt weiter, als ich das selbe Hotelzimmer buchte, welches ich vor einem Jahr bewohnte. Gut, ich gebe zu, das 40 Quadratmeter Zimmerflair, die grosse Terrasse und der Whirlpool im Bad haben mich dazu bewegt, das Urlaubsgefühl erneut zu erleben. Muss es immer das Selbe sein? Wie wäre es einmal mit einer Bildungsreise in ein Land, in dem Kulturen aufeinander prallen? Mein nächster Reisetrip führt mich nach Israel, denn ich muss unbedingt an der Klagemauer einige Sachen einklagen, die ich in mein Leben integrieren möchte, auch wenn Frauen nicht überall an der Klagemauer zugelassen sind. Ein schönes Reiseziel ist auch Kanada. Ich wollte schon immer einmal einen ruhigen Urlaub verbringen, in dem ich lerne, meine Zunge zu zügeln und nicht jedes Wort, ohne vorher nachzudenken, über meine sinnlich roten Lippen gleiten zu lassen. Da kommt mir der kanadische Fischfang gerade recht. Ich suche bereits geeignete Würmer für meine Angel. Nicht dass sich versehentlich ein viel beschäftigter Arzt oder ein reicher Ölscheich als Wurm anbieten, obwohl der Scheich aus meinem Traum ein Wurm wäre, den ich als kanadischer Fisch sofort vernaschen würde. Lieber Besucher, Urlaub kann vielfältig sein, sich monoton in der Sonne aalen, er kann aufregend sein oder sich die Ruhe gönnen, Hauptsache, er ist entspannend und lässt sich auf den Urlaubsfotos verewigen. Übrigens können Sie im Winter Urlaub im Eishotel machen, wenn Sie schnell buchen, denn das Hotel bleibt jedes Jahr bloss für ein paar Wochen stehen. Warum schmerzen meine Füsse nach einem ausgiebigen Shoppingtrip jedes Mal so sehr, dass ich schwöre, es war mein letzter? Gut, zwei Tage später habe ich die Schmerzwaden wieder verdrängt, und die gleiche Geschichte beginnt von vorne. Wahrlich, eine never ending story, eine Leidensgeschichte, deren Kreuzweg es wert ist, erwähnt zu werden. Lieber Besucher, shoppen Sie auch so gerne wie ich? Neulich hörte ich mir von Bärbel Mohr einen Kurs zur Selbstliebe an. Nicht dass ich mich nicht liebe, ganz im Gegenteil, ich bin bis über beide Ohren verliebt in mich, aber Liebe kann nie schaden. Und so erfuhr ich in diesem CD-Kurs, dass man sein Hobby des Shoppens überdenken sollte, denn das entfernt uns von jeglicher Selbstliebe. Irgendwie kann ich diese Aussage nicht in mein Gehirn integrieren. Ist Bärbel Mohr nicht an Krebs gestorben? Lieber Besucher, ich möchte damit sagen, dass auch die irdisch greifbaren, materiellen Dinge zur Selbstliebe beitragen, solange diese nicht überwiegen und unseren Alltag prägen, ja förmlich leiten, fehlleiten. Und wenn Sie Freude an Ihrem neuen Glitzerkleid haben, dann ziehen Sie es doch ruhig beim nächsten Shoppingbummel an, denn auch Ihr Körper soll sich selbst lieben dürfen. Übrigens habe ich neulich bei meinem Lieblings-Zara orange Schuhe mit roten Schleifen im Tigerlook gesehen, welche zum puren Anschauen eine wahre Augenweide darstellen. Man muss ja nicht gleich alles kaufen, aber man kann sich zwischen den einzelnen eingekauften Häppchen Appetit holen. Besitzen Sie auch so unnötige Dinge wie einen Kaffeewärmer mit USB Anschluss? Meine Fusswärmer mit integriertem USB Anschluss lagern derzeit im untersten Eck eines wenig genutzten Schrankes und warten auf ihre Delogierung. Einmal im Jahr miste ich alle technischen Spielereien, die nutzlos ihr Dasein fristen, aus, und gebe ihnen ein vorübergehendes Zuhause im Keller. In meinem Keller wartet auch eine orange Stehlampe in Blütenform auf die entgültige Delogierung. Übrigens besass ich bis vor kurzem einen elektronischen Handtuchwärmer. Ich suchte tagelang nach dem Stromfresser in der Wohnung, bis der Handtuchwärmer sich outete und sein energiefressendes Wesen offenlegte. Braucht man überflüssige Technik, nur weil diese gerade im Trend liegt und ein begehrtes Stück Lifestyle repräsentiert? Hier sage ich eindeutig Nein zu zuviel Technik, obwohl ich an technischen Neuheiten interessiert bin und ein bis zwei unnötige Spielereien für die Technikerseele in uns für durchaus erträglich halte. Die Technik ist wie die Forschung mit zwei Seiten bestückt. Einerseits hilft sie uns im Alltag und entwickelt nützliche Geräte, andererseits frisst sie Energie und überhäuft uns mit Spielereien, die weite Teile unseres Gehirns auf Dauer lahmlegen können, wenn man sich monoton damit beschäftigt. Und wieviel Technik ist nun gut für uns? Lassen Sie sich auch manchmal von einer wohltuenden Infrarot-Lampe bestrahlen oder sonnen sich in einer Infrarot-Kabine? Ich sage Ihnen, ein wenig Farbe kann nie schaden, wenn das wärmende rote Licht direkt unter die Haut geht. Es ist gesund und entspannt unseren meist zu angespannten Körper. Sie müssen nur auf die Sauberkeit in so einer Infrarot-Kabine achten, denn sonst liegen Sie direkt in einer angenehm ausstrahlenden Bakterienschleuder. Übrigens habe ich mich neulich für Wellnessbäder entschieden. Normalerweise bade ich nie. Nicht dass Sie jetzt denken, ich sei ein körpergeruchsintensives Hausschwein. Nein, ich dusche mich morgens, da ich fürs Vollbad keinen Nerv und noch weniger Zeit habe. Schon das Einlassen der grosszügig fliessenden Wassermenge ist für mich eine Geduldsprobe, denn es kann ganz schön lange dauern, bis die Badewanne einen angemessen hohen Wasserpegel erreicht hat. Damit ich so ein Wellnessbad endlich geniessen kann, schaue ich jetzt fern, bis das Badewasser eingelaufen ist. Badesalze und Badeöle wirken wahre Wunder auf rauer Haut, musste ich entdecken. Ursprünglich wollte ich regelmässig ans tote Meer fliegen, damit ich mir das Warten aufs Vollbad erspare, denn das Meersalz im toten Meer ist zusammen mit dem darin enthaltenen Schleim ein heilbringender Engel für geschädigte Haut. Billiger ist es zu Hause in der Badewanne, musste ich erkennen, als ich mich auf mein erstes Wellnessbad einliess und meine Seele im Salzwasser mit dem Mohrschleim um die Wette baumelte. Vielleicht probieren Sie das auch einmal aus. Immobilien werden ja von der Lage bestimmt, auf der sie sich befinden. Neulich telefonierte ich mit einer Wiener Immobilienmaklerin, die mir eine 30 Quadratmeter grosse Wohnung für 1500 Euro Kaltmiete anbieten wollte. Ich liebe zwar den ersten Wiener Bezirk, aber für diesen Preis bevorzuge ich dann doch bis auf Weiteres mein Lieblingshotel im 1. Wiener Bezirk, denn da kommt wenigstens mein Frühstück bis ans Bett. Wie viel Schmerzensgeld sollte man eigentlich ertragen, wenn man sich eine zentral gelegene Wohnung, lärmbeinhaltend und klein, in einer Grossstadt mieten möchte? Als ich das Angebot der Maklerin dankend ablehnte, war ich hin und her gerissen zwischen dem Gedanken, möglichst zeitnah und zentral gelegen nach Wien zu ziehen, und dem Gegengedanken, mein durchs fingerbeleidigende Tippen meiner Texte hart verdientes Geld zum kleinen Wohnungsfenster im 1. Wiener Bezirk hinauszuwerfen. Wahrlich, das war eine Entscheidung wie ein Canossagang. Als ich mir dann jedoch die angebotenen Altbauten in Wien anschaute, war ich zufrieden mit meiner Kärntner Seenlandschaft, in der sich meine Wohnung befand. Bis auf Weiteres! Eine Wohnung muss gemütlich sein, sie muss Freude bereiten und darf sich nicht zum kleinen Abstellraum, in dem zu wenig Stauraum vorhanden ist, entwickeln. Erst wenn unsere Seele ein Zuhause gefunden hat, passt die Wohnung, in der man sich zu Hause fühlt. |