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Was ist Spiritualität?

spiritualitaetJa, bitte was ist eigentlich mit Spiritualität gemeint, wenn wir das Wort schon überall benutzen und doch nicht recht wissen, was wir damit anfangen sollen? Spiritualität ist eine bestimmte Einstellung zum Leben. Spirit ist der Geist, und unser Geist sitzt im Hirn, vielleicht sitzt er ja bei mir auch manchmal auf der Zunge, wenn ich vorher spreche und nachher darüber nachdenke, was ich denn nun gesagt habe.

Der Geist kann auch in der Flasche sitzen, wenn man zu tief hinein schaut und das letzte Tröpfchen leert. Der Geist sitzt aber vor allem in der Seele, im Glauben an das Gute in den Mitmenschen, im Glauben an Gott, den Glauben an sich selbst, unabhängig vom jeweiligen Religionsbekenntnis.

Die Spiritualität für sich entdecken

Spiritualität ist also das rege Leben in der Stille, in der Natur, denn dort wo kein Lärm von künstlich erzeugten Dingen auf unsere Ohren hernieder fällt, kann man den Geist besser wahrnehmen. Sie haben sich bestimmt schon einmal dabei beobachtet, wie Sie nach Ruhe lechzten, wenn Sie nachdenken mussten. Wer kann auch schon überlegt denken, wenn neben ihm das Radio, der Fernseher und der eigene Lebenspartner gleichzeitig Musik machen.

Man könnte den Fernseher auf stumm schalten, das Radio für den Ton nutzen und seinen Lebenspartner küssen. Somit wären einige Geräuschkulissen beseitigt, aber das ganze Bild würde nicht sonderlich spirituell aussehen. Im Fernsehen läuft gerade eine Dokumentation über die hungernden Kinder aus Somalia, im Radio spielt man Shakira dazu, und mitten drin findet passend zu Ton und Bild die Liebeskulisse ihren geeigneten Platz.

Wahrlich, damit würde man seine Liebe zu Afrika neu entdecken. Spiritualität können Sie am besten in sich selbst, in der eigenen Stille ausleben. Sie brauchen jetzt aber nicht deshalb taub werden, denn das bringt ja nichts, wenn Sie sich in der Badewanne nicht mehr singen hören. Wenn ich wieder einmal meine Spiritualität auslebe, gehe ich gerne in die Kirche und zünde eine Kerze an.

Als ich aufs Gymnasium ging, rief mein damaliger Lebensfreund bei meinen Eltern zu Hause an. Meine Mutter sagte, ich sei in der Kirche. Irgendwie hatte er ihr diese Beichte nicht abgenommen, denn wir wollten am nächsten Tag ein Black Sabbat Konzert belauschen und begutachten. Wie passt das zusammen? Nun, lieber Besucher, spirituell zu leben heisst nicht automatisch, das Leben, welches rund um uns herum stattfindet, abzulehnen, sondern in Liebe zu sich selbst und der Welt zu existieren.

Ich liebe die Menschen und Dinge in meinem Umfeld, und wenn ich mich bewege, bewegt sich mein Umfeld mit mir mit. Da fällt mir ein, als ich mich entschieden habe, nach Wien zu gehen, entschied sich einer meiner langjährigen Freunde auch gleich für Wien. Voila, und schon bin ich nirgends alleine. Spiritualität heisst nicht, sein ganzes Leben Busse zu tun, denn sonst kommt man nach dem Tod irgendwo da oben oder dort unten an und weiss nicht, wofür man gelebt und gefastet hat, vor allem nicht, was man versäumt hat.

 

spirituell

Sind Sie ein spiritueller Mensch? Tragen Sie vielleicht einen Hauch an Spiritualität, einen Schimmer an spiritueller Energie in sich? Sie können die geistigen Kräfte in sich entdecken, diese bündeln und nach aussen hin zeigen. Es werden sich in Ihrem Leben folglich Dinge ereignen, mit welchen Sie niemals gerechnet haben, Dinge geistiger Natur, denn das Geld liegt ohnehin offen auf der Überholspur der Autobahn herum und beginnt zu brennen, wenn man mit dem Porsche drüber rollt. Wie viel Geld haben Sie eigentlich schon in Ihrem Leben verbrannt? Als ich das letzte Mal bei Zara zum Shoppen war, vernichtete ich gleich einen beachtlichen Teil meiner Visitenkarte, obwohl das Plastik nicht sonderlich gut brannte. Kann eigentlich die Materielle Welt zusammen mit der geistigen existieren, oder leben diese beiden Welten in verschiedenen Welten?

Und wann besuchten Sie zum letzten Mal eine Kirche? Ich meine damit jetzt nicht die reine katholische Messe, denn damit könnte der tief gläubige Moslem wahrscheinlich nicht viel anfangen. Ich denke hier einfach nur an eine geweihte Kirche, einen vergeistigten Ort, vielleicht sogar an ein Kloster. Bitte, eine Modeboutique werden Sie in der Nähe kaum vorfinden, denn die Spiritualität des stillen Ortes benötigt den weltlich angereicherten, materiellen Wohlstand des Geldes im Grunde nicht. Sie lebt aus dem Wohlstand des natürlichen Daseins heraus. Und doch denke ich, dass wir beides benötigen, die spirituelle, innere Welt und die äussere Hülle, so wie wir den Tag und die Nacht zum leben brauchen.

Als ich einst mit einem Fotografen über ungewöhnliche Fotoshootings gesprochen hatte, erzählte er mir von einem Fotoshooting in einem Kloster. Die Klosterfrauen liessen sich nacheinander einzeln ablichten, in ihrer Einfachheit, ihrer puren Schlichtheit. Auf jedem der Fotos glaubte man, einen Heiligenschein, eine Art undefinierbares Licht erkennen zu können. Sehen Sie lieber Besucher, das ist Spiritualität, wenn man das innere Gleichgewicht eines Menschen auf Fotos wahrnimmt.

Übrigens kauften die Klosterfrauen dann unzählige Fotos, sozusagen eine Riesen-Auflage. Auf die Frage hin, wer die Fotos im Laufe der Zeit kaufen wolle, entgegnete die Äbtissin, dass Verwandte und Bekannte die Fotos konsumieren, Pilger die schönen Bilder mitnehmen und gegebenenfalls der Vatikan Freude an dieser kreativen Geschäftsidee findet. Sie sehen schon, lieber Besucher, auch Geldscheine lassen sich spirituell einsetzen und kostbar verwerten, denn das Kloster verkaufte tatsächlich alle Bilder und verdiente gut daran.

Lebensberater

Haben Sie zufällig auch einen Lebensberater? Meiner steckt ja in mir drin, also befindet er sich wahrscheinlich gerade im Stress, aber ich arbeite an seiner Aussenpräsenz und gebe ihm heute einfach einmal einen Tag frei. Braucht Ihr innerer Lebensberater auch Urlaub?

Der wahre, unverfälschte und unverfehlbare Lebensberater wohnt in uns drin und handelt nach bestem Wissen und Gewissen, auch wenn wir Fehlentscheidungen treffen. Unsere Fehler sind wichtig, denn dadurch lernen wir und kommen zur Erkenntnis, dass der Mensch ein spannendes Wesen ist, spannender als jeder Kinofilm, denn Popcorn gibt es an jeder Ecke.

Wenn Sie sich jedoch in einer Lebenskrise befinden, leidet Ihr innerer Berater an einem Burn out Syndrom und benötigt mehr als nur einen Tag Urlaub. In Krisenzeiten sollten Sie sich Rat von aussen holen, denn zwei Gehirne denken doppelt und somit besser als nur ein Gehirn alleine. Krisen sind jedoch gut, wenn man die Vorteile darin entdeckt. Ich empfehle hier Kurt Tepperwein: Krise als Chance.

Karma

Sind Sie gerade dabei, Ihr Karma aufzulösen? Ja, es soll Menschen geben, die verzweifeln an ihrem Alltag, da sie jedes Problem im Leben auf das Karma schieben und dann mühevoll beginnen, das Nicht Greifbare aus einem früheren Leben in die Hand zu nehmen, um es zwischen den Fingern zu verkleinern. Und wenn das Karma noch so staubtrocken und klein gemalen ist, es existiert, wenn man daran glaubt.

Besser leben Sie, wenn Sie sich mit Ihrem Karma versöhnen, es akzeptieren und Ihre tatsächlichen, irdisch generierten Probleme in die Hand nehmen. Beobachten Sie Ihre Gedanken. All das, was wir denken, beginnt sich in unserem Leben einzunisten, manchmal sogar wie ein Kuckucksei, welches wir nicht bewusst produziert haben.

Wir ziehen die Menschen in unser Leben, welche uns einen symbolischen Spiegel vor Augen halten, und wir werden mit den Lebenssituationen konfrontiert, die uns beim Wachsen behilflich sein können. Was wäre, wenn sich Ihr Alltag so gestalten würde, dass Ihnen alles gelingt und Sie bereits vorher wüssten, wie Ihr Leben verläuft? Lieber Besucher, in diesem Moment würde Sie eine gähnend langweilige Leere umgeben, und Sie würden sich hundert karmische Verbindungen herbei wünschen, nur damit Ihr Leben wieder an Spannung gewinnt. Sogar der schlechteste Ratgeber in Buchform besitzt eine Art Spannungsbogen, schon deshalb, weil man nicht weiss, was der Autor als nächstes schreibt. Erst wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, zieht man sein Fazit daraus, oder man hört bereits in der Mitte auf zu lesen.

Und genau so ist es mit den Problemen im Leben. Manche lösen sich von selbst auf, und andere muss man eben etwas länger aussitzen. Wenn man sich mit einem Problem intensiv beschäftigt, liest man dieses problematische Lebensbuch eben in diesem Moment zu Ende. Wenn man sich anderen Dingen widmet und das Problem ruhen lässt, beendet man das Buch in der Mitte. Übrigens erinnern mich meine nicht fertig gelesenen Bücher täglich daran, sie endlich zu Ende zu lesen.

Chakren

Der Mensch besitzt im groben und ganzen vierzehn Chakren, wobei die sieben Hauptchakren die meisten der vergeistigten Lebensaufgaben übernehmen. Böse Zungen wie meine würden glatt behaupten, die Leute besitzen bloss drei Chakren, wobei das Hirnchakra oder Stirnchakra die sachlich kompakten Aufgaben übernimmt. Ich fürchte, ich besitze nur ein Chakra, das Bauchchakra, denn damit lässt sich mein Hungergefühl nach Schokolade täglich in zwölf Zeitzonen einteilen, denn ich sehne mich so alle zwei Stunden nach ein wenig Schokolade, sogar im Schlaf, wenn ich von leckeren Marzipanpralinen träume.

Sie sehen schon, mein Bauchchakra ist die ganze Zeit über geöffnet, denn bei mir dreht sich der Magen ständig um den Hunger. Lieber Besucher, im Grunde öffnen sich Ihre Chakren von selbst, und dies tun sie mit einer gezielten Regelmässigkeit. Wir müssen nur darauf achten, unsere Chakren zu schliessen, damit keine negativen Energien durchdringen können. Vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen stellen Sie sich aufrecht hin und bewegen Ihre Arme mit ausgestreckten Händen seitlich wie ein Scheunentor über dem Kopf zusammen. Dabei sagen Sie: Meine Chakren sind geschlossen.

 

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