Wie werde ich meine Schulden los?
Heutzutage gehört ein weit überzogenes Girokonto zum Allgemeinschuldner, wie seine Gläubiger, welche aus Versandhäusern und Firmen, sowie Dienstleistern im Konsumentenbereich und Unternehmerbereich bestehen, dazu. In manchen Köpfen macht sich der Geiergedanke breit, verschuldet zu sein ist in Mode, denn was man hat, das hat man, und sei es ein Berg voller Schulden, den man stolz sein Eigentum nennen darf.
Viele Schuldner kennen die genaue Summe ihres Schuldenberges nicht. Sie wissen nur, dass sie eine gute Kletterausrüstung brauchen und schwindelfrei sein müssen, um den Schuldenberg zu bezwingen. Das kommt daher, weil Mahnungen und Vollstreckungsbescheide ungelesen den direkten Weg vom Briefkasten des Schuldners in den Mülleimer finden, wo sie dann nur noch die Ratten lesen können.
Zuerst sollte der Schuldner eine totale Aufstellung seiner laufenden Ausgaben machen, seine Schulden auflisten, eine Liste der Gläubiger bereitstellen und schauen, wieviele Einnahmen den Schuldenberg abdecken können. Oft ist es so, dass der enorme Schuldenberg mit den Einnahmen so gering abgedeckt werden kann, dass er nur Ohrenschützer erhält, die ihn weiter wachsen lassen, da der Berg kein Ohr mehr besitzt, welches offen genug ist, an Einsparungen zu denken
Bei der Aufstellung der Listen beginnt das Problem. Viele vergessen einige Gläubiger. Versandhäuser aller Art, Banken mit laufenden Krediten und überzogenen Girokonten, Telefondienstleister, Fernsehen, Vermieter, Internetprovider, Leasingfirmen, Autohäuser, Elektriker, Handyanbieter, etc. können mit offenen Rechnungen zu Gläubigern werden. Das stört so manchen Schuldner nicht, denn er möchte weiterleben wie bisher ausgiebig leben, und eine Bank findet sich immer, die noch ein wenig Geld für den armen Schuldner bereithält.
Der Freundeskreis wir immer kleiner, aber das stört den Schuldner auch wenig, denn er hat doch noch seinen Fernseher, der ihn auf Ratenkredit unterhält und treue Freundschaft suggeriert. Ausserdem ist das Internet noch in Takt, und die Chaträume winken mit vielen unbekannten Menschen, die man zu Freunden gewinnen kann. Die Sorgfalt, mit der manche Schuldner ihre Schulden bewältigen, ist gigantisch klein.
Und hinzu kommt noch die Gesetzeslücke der Führung einer GmbH. Mit der ersten GmbH geht der Schuldner pleite, übersieht bewusst seine Pleite, leistet einen Offenbarungseid, und drei Monate später lebt er wie Kaiser in China in einem wunderbaren Haus mit elegantem Inventar, da seine Frau aus dem Pilzboden heraus eine neue GmbH gegründet hatte, in der der Schuldner als kleiner unscheinbarer Sachbearbeiter arbeitet und sich nichts zu Schulden lassen kommt.
Die Firmeninsolvenz macht es möglich, mit der raffinierte Schuldner im Garten Eden leben und nach sieben Jahren schuldenfrei sind. Die Gläubiger bekommen nichts ab vom eleganten Firmenwagen und dem sechs Gänge Menü im Steigenberger Hotel, welches auf Firmenkosten gegessen wird, denn es gehört ja alles der Frau des Schuldners, welche von der neuen GmbH wenn es gut läuft, bis auf den Firmennamen Null Ahnung besitzt.
Nach sieben Jahren wird die Firma für zwei Äpfel und drei hartgekochte Eier an den Schuldner verkauft, denn der hat weit mehr Ahnung von den Firmengeschäften. Und so etwas müssen sich die Gläubiger ansehen. Das Insolvenzverfahren ist einerseits eine gute Sache, lässt aber andererseits weite Pforten für Schlitzohrenschuldner offen, und wer in der Geschäftswelt den Strohmann noch nicht kennt, ist ein durch und durch ehrlicher Mensch. Übrigens, in einem der nächsten Berichte widmen wir uns den guten und braven Schuldnern, und zeigen ihnen Wege auf, die den Schuldenberg schrumpfen lassen.
Erklimmen Sie mutig Ihren Berg voller Schulden
Der Schuldner hat Schulden, da er einmal in die Schuldenfalle getappt ist, oder einfach immer mehr Geld ausgegeben hat, als er eingenommen hat. Schulden minimieren sich nicht von alleine. Zuerst muss man haargenau berechnen, wie hoch seine Schulden sind. Dazu gräbt man die kleinste und hinterste Rechnung, die man noch nicht bezahlt hat aus jeder Ecke aus. Vergessen Sie bloss keine Rechnung.
Telefonkosten minimieren, gegebenenfalls Tarife wechseln und die vielen Zweithandys abschaffen. Der Mensch braucht kein Handy, wenn er eine fest angenagelte Telefonleitung hat. So kommt er nicht auf die Idee, andauernd zu telefonieren. Versicherungen minimieren, bis auf die nötigsten Versicherungen. Nur ein kleines Auto besitzen, denn der Zweitwagen stört bei der Schuldenbekämpfung.
Nahrungsmittel einkaufen, sich hinstellen und gesund kochen, anstatt essen zu gehen. Fertigprodukte und Fastfood sind teure Angelegenheiten. Omas Kochbuch liefert billige und gesunde Rezepte. Auch Polenta befindet sich bei Oma. Zigaretten, Alkohol, Schokolade und Genussmittel müssen weg, nur der Kaffe am Morgen darf bleiben. Knäckebrot anstatt teurer ungesunder Brötchen. Gesunde Ernährung lässt das Gehirn besser arbeiten für bessere Ideen, mehr Vitalität, einen besseren Job und somit mehr Geld.
Suchen Sie sich einen Job, wenn Sie nicht schon einen besitzen. Ziehen Sie in eine günstige Wohnung um, denn auch Mietschulden summieren sich. Wohnfläche kostet Geld. Wenn es geht, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Unbedingt ein Haushaltsbuch anschaffen und auch darin schreiben, was ausgegeben wurde. Ausgaben und Einnahmen gegenrechnen und wenn es nicht mehr anders geht, schnell eine Schuldenberatungsstelle aufsuchen.
Keine Anschaffungen mehr tätigen, die man nicht zum puren Überleben braucht. Meiden Sie die Versandhäuser. Internet minimieren auf den kleinsten Tarif, denn die Flatrate ist purer Luxus. Schulden sind oft eine individuelle Sache und müssen auch individuell behandelt werden. Wenn die Geschäftsidee eine Pleite war, macht man etwas falsch, muss sie begraben oder umstrukturieren. Manchmal hilft die Privatinsolvenz, aber über Jahre hinweg nicht viel haben zu dürfen, ist echt schwierig.
Unterzeichnen Sie keine Bürgschaften und machen Sie bei keinen Krediten mit, wo noch jemand anderer drin ist. Unterschreiben Sie nicht zusammen mit Ihrem Partner einen Kredit. Verleihen Sie kein Geld, wenn Sie es nicht verschenken möchten, denn Sie sehen es oft nie wieder.
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