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Wie verhindere ich die Privatinsolvenz?

Ist sie nicht gemütlich, die Privatinsolvenz? Der Schuldner geht in seine idyllische Insolvenz hinein, bleibt dort für sechs Jahre behutsam und wohl behütet sitzen und geht als freier Mensch ohne Schulden wieder aus seiner Privatinsolvenz heraus. Nun kann er in Ruhe neue Schulden machen. Er sitzt sozusagen seine Schulden ab. Das machen viele Menschen, und es werden immer mehr.

In der Zeit, in der man seinen pompösen Offenbarungseid geleistet hat, darf man natürlich nur auf kleinen Füssen stehen. Es herrscht strikte Sitzordnung in der Insolvenzzelle. Der Gang in die grosse Shoppingwelt ist strengstens untersagt, denn mit knapp Tausend Euro im Monat kann man wirklich nur Überlebensfutter und ein paar Kleinigkeiten kaufen. Ganz schön hart, die Privatinsolvenz.

Nun gehen aber immer mehr Menschen mit einem breiten Grinsen in so eine Privatinsolvenz, da sie vorher längst ihre Ersparnisse, die Villa, den Zweitporsche und den Sack Geld unter dem Sofa ihrer Ehefrau überschrieben haben. Den armen Schluckern gehört nichts ausser die Unterhose unter der Hose und vielleicht das kleine Feinripp - Unterhemd unter dem Hemd. Trotzdem leben diese Menschen in einer Luxusfülle, von der manch anständiger Arbeiter wie ich und Sie nur träumen kann.

Die Ehefrau, der Lebenspartner oder guter Freund, dem jetzt die unentbehrlichen Luxusgüter gehören, sind so freundlich und gewähren dem Totalschuldner ein kleines Plätzchen in der oberen Etage der Villa. Auch darf der Schuldner ein oder mehrere Male mit dem Porsche um die Ecke biegen, wenn er brav ist, damit er das Fahrgefühl nicht verliert.

Und zu Essen bekommt er Lachs und Hummer, was ihm die liebende Ehefrau mit dem Goldlöffel serviert. Welche Menschen sind das, die das Privatvermögen still und heimlich, aber offiziell für die Gläubiger sichtbar verwalten, wenn ein armer Schuldner den Pilgerweg der Privatinsolvenz einschlägt? Es sind meistens liebende Frauen, die ohne ihren Max im Bett nichts anfangen können.

Übrigens, wenn mich jemand mit so einer Verwaltungsaufgabe beschäftigen möchte, nur her damit, ich bin eine überaus liebende Frau und bin offen für jedes Matratzengeld, welches ich unter meinem eigenen Sofa gut sichtbar für meine Shoppingtasche verstecke. Damit möchte ich sagen, dass dieser Weg falsch ist. Liebe zutrauliche Menschen, haltet euch fern von Versprechungen jeglicher Art und verwaltet nicht das übrige Geld, welches sich ein Schuldner zur Seite gelegt hat.

Bedenken Sie, wie viele Geschäftsleute auf ihr Geld warten, während der Schuldner mit dem Hummer im Kofferraum des Porsches umherfährt. Die Gläubiger haben ein Recht auf ihr Geld. Nun, unter den ganzen Verwaltern der Schuldner gibt es ja auch diejenigen Ehefrauen, die ihr grosses Herz eines Tages auch mit jemand anderem teilen und mit dem ganzen Vermögen das Weite suchen, denn offiziell gehört das Vermögen ja den Verwaltern. Übrigens, so ein Verwalter nennt sich Strohmann, obwohl es viel mehr Strohfrauen darunter gibt.

 

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Impressum   © Elisabeth Putz

 

 

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